Drei Beschäftigte des Versorgers ENBW stehen wegen möglicher Steuerhinterziehung im Umfang von 46 Millionen Euro im Visier der Staatsanwaltschaft Mannheim. Die Mitarbeiter einer ENBW-Tochter sollen beim Handel mit CO2-Emissions-Zertikaten Umsatzsteuer hinterzogen haben, sagte Staatsanwalt Peter Lintz am Freitag. Das Motiv sei auch nach mittlerweile zwei Razzien in den Büros und den Wohnungen der Beschäftigten noch unklar. Finanziell profitiert habe von dem Betrug der ENBW-Konzern, die Gelder würden voraussichtlich durch die Finanzbehörden zurückgeholt.
Das Ermittlungsverfahren gegen zwei der drei Beschäftigten läuft seit Januar, seit einer Durchsuchungsaktion Ende Januar steht der dritte Mann unter Verdacht. Bei einer erneuten Durchsuchung am Dienstag in seinem Büro und der Wohnung seien Unterlagen beschlagnahmt worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die Männer sind alle auf freiem Fuß.
Die Ermittlungen der Mannheimer Strafverfolger stehen im Zusammenhang mit einem vor einigen Jahren in Frankfurt aufgeflogenen Betrugs-System zur Hinterziehung von Umsatzsteuer beim Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten. Es handele sich in beiden Fällen um den selben Verkäufer, sagte Staatsanwalt Lintz.