07.12.2009 · Vor der Finanzmarktkrise war die LBBW die Musterbank im Musterländle. Jetzt aber sieht es so aus, als hätte die LBBW mitgemischt beim bösen Spiel der öffentlich-rechtlichen Banken mit „Kreditersatzgeschäften“, die Gewinne versprachen, aber schlimme Verluste brachten.
Von Susanne PreußMusterbank im Musterländle, das war die LBBW vor der Finanzmarktkrise. So mustergültig, dass sich die Landesbank überreden ließ, die Sachsen LB zu übernehmen, als sie im August 2007 gerettet werden musste. „Wer, wenn nicht wir?“, fragte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger damals.
Hochmut aber kommt vor dem Fall. Jetzt sieht es so aus, als hätte die LBBW mitgemischt beim bösen Spiel der öffentlich-rechtlichen Banken mit „Kreditersatzgeschäften“, die Gewinne versprachen, aber schlimme Verluste brachten.
Die Staatsanwaltschaft hat mit 240 Beamten Büros und Privatwohnungen durchsucht, um Beweise zu sichern. Die Staatsanwaltschaft vermutet hierbei sogar Untreue. Die LBBW hat von ihren Eigentümern – und damit letztlich von den Bürgern – 5 Milliarden Euro zusätzliches Kapital bekommen, weil sie selbst am Abgrund stand. Deshalb steht sie unter scharfer Beobachtung.
Die Führung der LBBW hat versagt wie so viele andere Manager von Landesbanken. Es gibt aber auch Ausnahmen unter den öffentlich-rechtlichen Instituten: Im Norden und in Hessen haben sich zwei Landesbanken nicht mit geliehenem Geld auf Kosten der Steuerzahler verspekuliert.