21.02.2009 · Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Staaten und Institutionen. Das ging lange gut. Doch vielen neuen, komplexen Finanzprodukten haben die Agenturen viel zu gute Noten gegeben. Schuld daran ist ein verkorkstes Geschäftsmodell, das Interessenkonflikte produziert.
Ratingagenturen spielen eine elementare Rolle im Finanzsystem. Denn Unternehmen, Staaten und Institutionen, die sich an den Märkten Geld beschaffen, müssen ihre Kreditwürdigkeit beweisen. Dafür geben die Ratingagenturen Anhaltspunkte, indem sie diese Firmen mit Noten zwischen AAA ("Triple A") und D bewerten. Dieses Rating schafft das nötige Vertrauen zwischen Kreditgebern und -nehmern. An klassischen Anleihemärkten ging das lange gut. Doch mit dem Aufkommen der neuen, komplexen Finanzprodukte haben die Agenturen ihren Ruf gründlich verspielt: Viel zu viele Produkte erhielten Bestnoten.
Schuld daran ist ein verkorkstes Geschäftsmodell, das Interessenkonflikte produziert. Denn Ratingagenturen sind keine unabhängigen Verbraucherschützer. Sie werden von der Finanzindustrie bezahlt. Kein Wunder, dass da wohlwollende Noten für Produkte der Finanzindustrie herauskommen. Um den Interessenkonflikt auszuschließen, könnten künftig die Käufer der Finanzprodukte und nicht die Verkäufer die Ratings bezahlen. Das würde sie jedoch verteuern und ungeratete Produkte mit höherem Renditeversprechen provozieren. Ein Tor, wer glaubt, so etwas würde nicht gekauft, wenn die Zeiten wieder goldener aussehen. Ergänzend oder alternativ wird vorgeschlagen, dass die Ratingagenturen selbst verpflichtet werden, sich zu raten. Dazu brauchte es eine - staatliche - Aufsichtsbehörde. Zudem bleiben die Ratingmethoden häufig undurchschaubar. Auch hier haben wir also ein Transparenzproblem.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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