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Ranking der Kita-Preise in 40 Städten Zeigt her eure Krippen!

 ·  Überall in Deutschland geben Eltern ihre Kinder jetzt in die Krippe. Doch die Preise sind von Kiel bis München höchst unterschiedlich, die Wartezeiten auch. Wir haben verglichen.

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© F.A.Z: Vergrößern

Wenn Carolin Heidenstecker das Ikea-Stoffhäuschen aus dem Regal holt, wissen Irene und Toni, beide ein Jahr alt, was sie erwartet: „Toy talk, toy talk, tock tock tock“, singt die Erzieherin - und die Kinder klopfen begeistert auf das Häuschen, damit Teddy aufwacht und herauskommt. „Good Morning, Irene“, sagt der Teddy dann. „Good Morning, Toni.“ Die beiden Einjährigen sprechen kein Englisch, sie sprechen ja noch kaum deutsch, aber in der Kita „Kids Wallau“ in Hofheim hören sie schon Englisch. Sie sollen den Klang kennenlernen - ein besonderes Angebot der Kita, die auch sonst besonders ist. Sie ist geöffnet von 7 bis 18 Uhr. Und wenn das nicht reicht, können die Kinder nach kurzfristiger Anmeldung auch mal bis 21 Uhr bleiben. Sogar samstags kann man sie hier unterbringen.

In der Kita „Kids Wallau“ ist dieses Angebot wichtig, denn mehr als die Hälfte der Plätze sind für die Kinder von Ikea-Mitarbeitern reserviert. Die Ikea Deutschland Zentrale und ein großes Ikea-Möbelhaus sind nur wenige hundert Meter entfernt. Und wenn die Ikea-Verkäufer samstags arbeiten müssen, dann müssen sie ihre Kinder irgendwo unterbringen.

Die Öffnungszeiten und die freundliche Einrichtung locken auch Eltern aus der Umgebung, für die es auch einige wenige Plätze gibt. „Im nächsten Jahr habe ich einen einzigen Krippenplatz für die Stadt zu vergeben“, berichtet Leiterin Birgit Berg. „Und jeden Tag rufen hier drei Eltern an, die daran interessiert sind.“ Und das, obwohl die Krippenplätze hier wirklich nicht billig sind. 450 Euro kosten sie für die Eltern im Monat plus Essensgeld. Im nahen Frankfurt sind die Preise weit geringer.

Doch Krippen sind ein lokales Geschäft. Kein Mensch fährt mit seiner Zweijährigen täglich zweimal die 60 Kilometer hin und zurück nach Frankfurt, nur um einen günstigeren Kitaplatz zu bekommen. So überrascht es nicht, dass die Preise für die Eltern von Stadt zu Stadt weit auseinander gehen.

Wie eine Umfrage der F.A.S. ergab, kann ein Ganztagesplatz inklusive Essen die Eltern in den vierzig größten Städten Deutschlands zwischen rund 210 Euro (Magdeburg) und 585 Euro (Gelsenkirchen) monatlich kosten. Aufs Jahr hochgerechnet sind das Preise zwischen 2520 und 7020 Euro, die die Eltern aufbringen müssen. Und das sind nur die Preise der städtischen oder städtisch geförderten Kitas, deren Kosten zu einem Großteil von Stadt und Land getragen werden. Vollständig private Einrichtungen verlangen in den Großstädten zum Teil deutlich über 1000 Euro im Monat.

Für die Eltern ist der Kitaplatz deshalb längst ein bedeutender Kostenfaktor geworden. Sie kalkulieren ihn ein, wenn sie überlegen, ob sie wieder arbeiten gehen. Und wenn sie umziehen wollen, schauen sie genau darauf, was ein Krippenplatz in der neuen Stadt kosten würde und wie schnell man einen bekommen würde.

Und da es sich bei den Eltern, die unbedingt einen Krippenplatz brauchen, häufig um gut situierte Doppelverdiener-Paare handelt, sind die Krippen auch für die Städte ein wichtiger Faktor geworden. Bieten sie günstige Kindertagesstätten mit guten Öffnungszeiten, so halten sie Doppelverdiener mit Kindern, die früher vielleicht aufs Land gezogen wären, in der Stadt. Und nicht nur das. Sie locken auch Unternehmen in die Region, für die eine gesicherte Kinderbetreuung immer wichtiger wird. Denn dann können sie gut ausgebildete Mitarbeiter, die ein Kind bekommen, besser im Job halten.

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