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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Ralph Haupter Microsofts Mann für China

 ·  Er hat erfolgreich das Geschäft in Deutschland geführt. Jetzt schickt ihn der amerikanische Softwareriese ins Reich der Mitte. Dort hat er einiges vor sich.

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© dpa Der neue Mann fürs Reich der Mitte. Ralph Haupter soll fortan das Chinageschäft von Microsoft führen.

Der bisherige Deutschlandchef von Microsoft wird künftig an der Spitze der Geschäfte des Softwarekonzerns in China stehen. Wie der Branchenprimus am Freitag mitteilte, wechselt der 43 Jahre alte Ralph Haupter in absehbarer Zeit von München nach Peking, um von dort aus in der Position eines Vizepräsidenten die Verantwortung für die Geschäfte in China, Hongkong und Taiwan zu übernehmen. Der bisherige Chef dieser Region, Simon Leung, zieht sich aus „privaten und familiären Gründen“ zurück.

An der Seite von Haupter wird in Peking Gordon Frazer stehen, der bislang für Microsoft in Großbritannien arbeitete. Haupters Position in Deutschland wird vorübergehend durch Jane Gilson besetzt. Die 45 Jahre alte Marketingspezialistin zeichnete sich bisher für das Tagesgeschäft von Microsoft verantwortlich. An ihrer Seite wird Thomas Schröder arbeiten. Er wird als Geschäftsführer Microsoft Deutschland nach außen vertreten. Der 44 Jahre alte Schröder führt darüber hinaus die Geschäfte mit den Großkunden und Partnern weiter.

Nach den Worten eines Unternehmenssprechers werden sowohl die Amerikanerin Gilson als auch der Deutsche Schröder die nun erst einmal geteilten Spitzenposten in Deutschland interimistisch wahrnehmen. Die Suche nach einer permanenten Besetzung laufe. Deutschland ist bislang die drittgrößte Landesgesellschaft im weltumspannenden Reich von Microsoft. Der unprätentiös und souverän daherkommende Haupter hat in der Nachfolge seines Vorgängers Achim Berg und während schwieriger Zeiten, in denen die Verkäufe von Computern mit Microsoft-Betriebssystemen unter Druck geraten sind, die führende Position des Unternehmens auf dem hiesigen Markt ausgebaut.

So hat er in Partnerschaft mit Industriekunden wie RWE neue Geschäftsfelder wie etwa die sogenannten Smart-Grids erschlossen. Nun macht sich der studierte Ingenieur und passionierte Musiker auf zu neuen Ufern, und dort wird ihn einiges erwarten. Denn China ist einer der vielversprechenden Märkte des Konzerns. „Microsoft setzt auf die nächste Wachstums- und Innovationswelle in der Region“, erklärte Jean-Philippe Courtois, Präsident von Microsoft International, in einer Mitteilung. Haupter scheint der Mann für diese Position zu sein.

Gleichwohl soll er mit dem Schritt ins Reich der Mitte gezögert haben. Gilt China doch nicht nur aufgrund sprachlicher, kulinarischer und kultureller Eigenheiten als ein ausgesprochen anspruchsvolles Land. Microsoft hat sich dort in jahrelanger Feinarbeit gut verankert. Mit Lenovo, Asus und Acer befinden sich drei der fünf größten Computerhersteller der Welt in Groß-China. Sie setzen mit der breiten Palette ihrer Geräte ganz auf Software aus dem Hause Microsoft.

Haupter, der verheiratet ist und zwei Söhne hat, viel Sport treibt und in seiner knapp bemessenen Freizeit immer noch gern die Trompete bläst, schrieb in einem Abschiedsbrief an seine Mitarbeiter: „Ich muss einräumen, dass mir der bevorstehende Abschied von Microsoft Deutschland alles andere als leicht fällt“, und weiter heißt es in dem Schreiben: „Ich versuche den Weg im Unbekannten - Der Weg ist das Ziel - rufen einem in solchen Momenten die Philosophen zu!“

Den Titel eines Vizepräsidenten hat neben Haupter als Deutscher bislang lediglich Achim Berg erhalten, der vor ihm auf dem Chefsessel von Microsoft Deutschland gesessen hatte, dort Haupters Karriere und dessen Aufstieg wesentlich förderte und heute in der Konzernzentrale im amerikanischen Redmond die Sparte Mobile Communications Business & Marketing anführt - eine der Schlüsselsparten des Unternehmens. Mit Haupter übernimmt nun ein weiterer Deutscher einen der Kernbereiche von Microsoft außerhalb Deutschlands.

Seine bisherigen Erfahrungen dürften ihm dabei zugute kommen. Hat er doch eine ingenieurtechnische Ausbildung, ist kaufmännisch geschult und stand seit drei Jahren an der Spitze von Microsoft in Deutschland. Nachdem er seine Karriere in den neunziger Jahren beim IT-Dienstleistungskonzern IBM begonnen hatte, war er zu Microsoft gewechselt. Dort hatte er zunächst das Mittelstandsgeschäft in Europa und dann das Tagesgeschäft in Deutschland geführt.

Sein unmittelbarer Vorgesetzter wird weiterhin Jean-Philippe Courtois sein, der für sämtliche Geschäfte von Microsoft außerhalb Amerikas verantwortlich ist. Courtois hält genauso große Stücke auf Haupter wie Microsoft Gründer Bill Gates und Konzernchef Steve Ballmer, der sich von seinem deutschen Kollegen teilweise mehrfach am Tag über den Verlauf einzelner Geschäfte in Deutschland informieren ließ. Künftig werden sich diese Anrufe wohl noch häufen.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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