Wenn Bayerns Ministerpräsident Seehofer irgendwann abtritt, wird er einen dicken Wälzer als Erinnerung mitnehmen können: Ohne seine Versprechungen hätte es den jüngsten Katalog des Versandhauses Quelle nicht gegeben. Schon redet die Geschäftsführung vom "Seehofer-Erinnerungskatalog", den die Druckereien bisher nur auf der Basis guter Worte drucken - ohne Geld aber gewiss nicht ausliefern werden.
Tatsächlich hätte Seehofer besser die Finger von dem Katalog gelassen und keinen Kredit über 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Nun werden durch seine Worte Fakten geschaffen, die ihn noch in Bedrängnis bringen können und den Wettbewerb verzerren. Denn ob Quelle genügend Vermögen hat, um den Massekredit, der vor den Ansprüchen anderer Gläubiger zu bedienen ist, zu bekommen, bleibt umstritten.
Wie schon bei Opel übersehen zu viele Politiker auch hier, dass sie es mit Unternehmen zu tun haben, die sogar noch maroder sind als es auf den ersten Blick scheint. Eine staatliche Rettung haben Quelle und Opel nicht verdient. Das Leben geht auch ohne ihre Angebote weiter. Das ist das Wesen der Marktwirtschaft, das Deutschland sechzig Jahre lang voran gebracht hat.