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Qualifizierte Zuwanderer : Raus aus dem Anerkennungsdickicht

Deutschland braucht ausländische Fachkräfte, weil die eigene Bevölkerung schrumpft und älter wird. Nachdem die Regierung mit dem Bundesanerkennungsgesetz geliefert hat, müssen nun die Länder nachziehen - im eigenen Interesse.

          Die Bilanz nach einem Jahr Bundesanerkennungsgesetz ausländischer Berufsabschlüsse fällt gemischt aus. Auf der Habenseite stehen rund 30.000 Anträge und damit Fachkräfte, die Deutschland auf einen Schlag gewinnen kann. Diese Volkswirtschaft mit ihrer alternden und schrumpfenden Bevölkerung wird sich auf Dauer weder ausländische Pflegerinnen leisten können, die notgedrungen putzen gehen, noch Ärzte, die Dönerbuden betreiben, noch Elektriker,  die sich als Taxifahrer ihre Existenz sichern – nur weil sie sich im deutschen Anerkennungsdickicht verheddert haben.

          Denn das Gesetz sichert ja nur ein zügiges Prüfverfahren und klare Abläufe zu, was leider über Jahrzehnte hinweg alles andere als eine Selbstverständlichkeit war. Viel zu oft warteten die Kandidaten jahrelang auf Antwort von Behörden, Kammern und Agenturen. Dass der Großteil der neuen Verfahren nun positiv beschieden ist, zeigt nur, wie überfällig die Reform war.

          Womit auch gleich das größte Manko offengelegt ist: Es ist nicht die Tatsache, dass das Potential von rund 300.000 scheinbar nicht ausgeschöpft wurde. Diese Schätzgröße galt von vornherein als unerreichbar, da Menschen sich anderweitig orientieren nach Jahren in der Warteschleife und da Qualifikationen verfallen.

          Bezeichnend ist vielmehr die Tatsache, dass erst fünf von 16 Bundesländern die nötigen, flankierenden Landesgesetze auf den Weg gebracht haben. Der Rest sollte rasch nachziehen, schon im eigenen Interesse. Denn wer künftig attraktiv für qualifizierte Menschen außerhalb der EU sein will, der braucht vor allem eines: klare Regeln.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für Unternehmen.

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