07.06.2012 · Verbraucherschützer und Politiker sind entsetzt: Die Schufa lässt derzeit erforschen, wie sie mithilfe von Facebook und Twitter die Kreditwürdigkeit einer Person besser beurteilen kann.
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Re "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern"
Klar.
Posting auf fb: "Habe sofort alle Freundschaften mit Griechen beendet!"
:-D :-D :-D
(Gleich zwei brennende aktuelle Probleme auf einen Streich getroffen.)
Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
Die etwas Ältern kennen sicher das Lied: Spiel nicht mit den
Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt,
machs wie deine Brüder.
Zuviel Zeit, Geld und Muse verleiten unsere Eliten, diese Wege mit ihren
Vorurteilen, Diskriminierungen zu beschreiten. Vielleicht stimmt deren
Ansatz. Im Ergebnis bedeutet dies, für einen guten Score werden
Leute bestrebt sein, sich mit Leuten der Oberstadt zu verbinden. Leute
aus der Unterstadt (Arbeitslose, alleinerziehende Frauen mit
Teilzeitverträgen, Berufsanfänger) werden in sozialen Netzen
gemieden. Ist dies nicht toll? Dies in einer Gesellschaft, die sich
christlich nennt, wo also der Geringste mein Bruder/meine Schwester sein
soll.
Negativer Effekt: Jeder, auch Mitglieder der Eliten, kann plötzlich ins Bodenlose fallen.
Modern times ??
Interessanter Gedanke - aber die Vorraussetzungen sind heute anders
Zugegeben, der Gedanke ist interessant und darf nicht außer Acht
gelassen werden.
Aber: Dem liegt ein traditioneller Lebenslauf aus der Zeit des
"Golden age of Marriage" zugurunde, der heute nicht mehr
zutrifft.
Langfristig gesehen wird es nur noch wenige Beamte geben, die ihr Leben
mit einem Stringenten Lebenslauf fristen werden. Die Masse der
Bevölkerung wird nicht um einen relativ häufigen Arbeitgeber
und ggf. sogar Berufswechsel herumkommen, immer wieder befristete
Verträge und Teilzeitverträge bei mehreren Arbeitgebern
unterschreiben und auch hin- und wieder mal arbeitslos sein.
Der positive Effekt: Die Stigmatisierung wird verblassen.
Ich kann diesen Ansatz zur Datengewinnung nur loben.
Sollte sich hier ein ! valides ! Modell entwickeln lassen, also ein
solches, das mit hoher Treffsicherheit Aussagen über das erwartende
Zahlungsverhalten liefert, ist das ein Gewinn für alle. Kein
Konsument und kein Anbieter kann ein Interesse an einer unzutreffenden
Risikobewertung haben: zu restriktive Modelle wirken sich
geschäftlich be-/verhindernd aus, zu "weiche" Modelle
führen zu Kosten durch Zahlungsausfälle, die umgelegt werden.
Zu unscharfe Modelle bewirken i.d.R. beides gleichzeitig und werden auch
keinen Bestand haben. Sollte sich tatsächlich ergeben, dass sich
aus Facebook sinnvolle Schlüsse ziehen lassen - was ja erst
untersucht wird - würde Facebook wenigstens hier einen echten
Nutzen erbringen :-)
Problematisch ist jedoch, dass solche Modelle häufig zu 'einfach
gestrickt' (wenige Merkmale determinieren das Ergebnis) und strukturell
statisch sind. Zudem bilden sie Verhaltensänderungen -wenn
überhaupt- verzögert ab.
... sie sich gar nicht bei Facebook angemeldet haben, sondern ein
"wohlmeinender" Nachbar. Oder der "nette"
Arbeitskollege, der ihnen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnt.
Das ließe sich noch ewig weiter spinnen.
All die Facebook Hasser hier übersehen etwas sehr
gefährliches. SIE müssen sich gar nicht anmejden.
Möglicherweise hat das schon längst jemand übernommen.
Dann wurden die lustigen Fotos von der letzten Feier reingestellt.
Nebenbei postet man, dass man eigentlich eh kein Geld mehr hat, aber es
trotzdem noch mal krachen läßt.
Aber es geht auch einfacher. Womöglich haben Sie, ja Sie, bei
faz-net (die wollen ja Klarnamen) einen harschen politischen Kommentar
zum richtigen Thema abgelassen. Und schwupps, fehlen Ihnen wieder zwei
Scoring Punkte.
All das möchte die Schufa nun, wissenschaftlich begleitet,
auswerten. Das ist gefährlicher Zündstoff - unabhängig
davon ob Menschen soziale Netzwerke nutzen oder nicht.
Wer so unvosichtig und naiv ist, im Netz unter Klarnamen zu operieren, sogar persönliches preisgibt
... und das öffentlich ! - hat alleine schon deshalb einen Malus
in der seriösen Welt oder Geschäftswelt. Gleiches gilt auch
für Bewerbungen : wer will schon eine exhibiotionistische
Klatschbase, die eventuell auch noch andere laufend kompromittiert
("guck mal da, mein Freund war gestern wieder besoffen,
hihihi") .
Hinsichtlich der "Glaubwürdigkeit" der Profile, (also
ihre Korrelation mit der Realtät), wird die Bedeutung der
"Sozialen Netze" (bewußt in Anführungszeichen) hier
gewaltig fehl eingeschätzt, was ihre Bedeutung fürs Data-Ming
betrifft.
Wer sehr viel Eintragungen in Facebook hat, ist kreditunwürdig, da er vor lauter Geschnatter nicht arbeiten kann.
Dass die Schufa für Gläubiger einen wichtigen Schutz darstellt, wird niemand leugnen, auch wenn ihr Wirken sehr kritisch zu sehen ist. Dass die Schufa auf Facebook-Daten zufreift/zugreifen will, die freiwillig ins Netz gestellt werden, kann man verstehen. Das kostet außer der Software dazu keine weiteren Anstrengungen. Wer sich in sozialen Netzwerken "auszieht" muss wissen, was er damit über sich preisgibt. Soweit die eine Seite. Dass das jetzt geplante Handeln der Schufa aber modernes Raubrittertum darstellt, ist nicht zu übersehen. Insofern gilt, dass der Überwachsungsstaat Orwellscher Prägung grüßen lässt.
Die Schufa soll nicht verwerten, Facebock selbst aber schon sagen die Aktionäre von Facebook
Die Aufregung ist eine schöne Lachnummer. Ich frage mich nur wie
die Schufa das anstellen will oder die Potsdamer. Scannt man die
Facebookseiten oder kauft man die Datensätze? ggf übernimmt
Facebook die Schufa und die GFK mit dazu dann hätte man eine
schöne Firma.
PS: Potsdam klingt so als hätte man noch Stasigene im Blut....
Hilft es dem Börsenkurs von Facebook, wenn Schufa die Facebook-Profile ausspioniert?
Der Börsenkurs steht im Moment auf 26,70 USD.
Zitat: "Daten- und Verbraucherschützer reagierten auf die Schufa-Pläne mit Entsetzen und Unverständnis". Ja, wo leben die denn? Mal abgesehen davon, dass es unfein ist, die Blödheit seiner Mitmenschen zum eigenen Vorteil zu nutzen, ist das nicht a priori ungesetzlich. Die Datenschützer sollten sich lieber bemühen, wirksamer als bisher die illegale Beschaffung und Verwertung schutzwürdiger personenbezogener Daten aufzudecken und zu verfolgen, statt ihr wertvolles Hirnschmalz für Chaoten zu vergeuden, die bei ihren Streifzügen im Internet unnötigerweise eine breite Spur persönlicher Informationen und Intimitäten hinterlassen.
Es geht nicht um Facebook und Twitter, sondern um Verknüpfungen.
Aus den Verlautbarungen der Schufa geht hervor, dass auch
Handelsplattformen wie Amazon und Ebay, Scout-Plattformen, mobile.de,
Personenplattformen wie Yasni, Suchplattformen,
VZ-Plattformen und Xing in die Analyse einfließen sollen. Mittels
Verknüpfungen all dieser Plattformen würden bestehende
Konsumneten - Profile umfassender und präziser. Wer das Internet
nutzt, ist wissentlich Mitglied eines "Basisdemokratisierten
Schnüffelstaates". Das Internet kennt weder verschlossenen
Türen noch schalldichte Wände, keine anonymen
Schließfächer, kein "Das bleibt unter uns" und kein
Vergessen. Eine Nichtmitgliedschaft in Netzwerken bzw. eine geringe oder
gar keine Präsenz auf Plattformen kann dennoch bei schlechteren
Scoring zum persönlichen Klotz am Bein werden.
"Bekleidete" darf der Staat mit "Bürger ohne
Kleider" weder diskriminieren noch ausgesperren. sobald dies zum
Fall wird, ziehe ich mich auf ein Eiland zurück, zahle Hütte
mitsamt Lebensunterhalt cash und melde mich bei der Schufa ab.
Die Kreditwürdigkeit einer Person kann man nicht nur nach deren persönlichen Angaben beurteilen. Selbsverständlich sind jeglicge Erkenntnisse aus dem Umfeld der nach Geld heischenden Person gerechtfertigt. Das konveniert jedoch nur einer Minderheit. Der Niedergang Griechenlands war wohl als Warnung noch zu wenig desaströs!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.06.2012 22:13 UhrDes Kaisers neue Kleider
Natürlich ist es vollkommen legitm. wen der Kaiser ein Lehen,
äh, die Bank einen Kredit vergeben will, dann muss man sich
absichern. Am Ende ist es zwar völlig irrelevant für die
Rückzahlungstüchtigkeit eines Individuums, wie sich die
Rückzahlungstüchtigkeit seines Stiefbruders gestaltet - allein
das Vorhandensein eines solchen könnte ja ein "Risiko"
darstellen, rein rechnerisch. Dann noch die Fassadenfarbe des bewohnten
Hauses, die negativ mit der Liebslingsfarbe korreliert - halt, die Dame
wohnt nur zur Miete, dann ist das nicht ganz so schlimm. Allerdings ist
ihr Kind nicht getauft und ihr Lebensabschnittsgefährte ist auf
Facebook mit zwei bekennenden Kommunisten befreundet.
Nein, das ist Marktwirtschaft und keine Gesinnungsschnüffelei...
...und jetzt sich mal 30 Jahre zurückerinnert:
Die für 1983 geplante letzte große Volkszählung in
Deutschland wurde vom Bundesverfassungsgericht untersagt, diese
Entscheidung war die Grundlage des Gesetzes für informelle Selbstbestimmung.
Heute jedoch zieht (fast) jeder ohne Not seine informellen Hosen im Netz
ganz weit runter. Ohne Not, aus Bequemlichkeit, für den Vorteil des
schnelleren downloads überwiegend überflüssiger
Unterhaltung, oder des ebenfalls überwiegend
überflüssigen Geplappers in angeblich "sozialen"
Netzwerken. Warum dieser Wandel?
Bevor ich als "user" also auf die Schufa schimpfe, sollte ich
überlegen, warum ich diesem Unternehmen erst ermöglichte, von
mir erstellte "Profile" auszuwerten -oder?
Auch dem letzten Facebook-Fetischisten sollte nun ein Licht aufgehen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 15:54 UhrEin paar Tage - oder ein Leben lang
Einmal eingegebene Informationen sind aus dem Internet nur schwer zu entfernen.
Und Facebook weiß genau, wenn jemand seinen Namen ändert. Und
sie werden freudig, den neuen und den alten Namen an einen
zahlungsfähigen Kunden verkaufen.
Namen ändern
Ich habe heute meinen Namen bei Facebook geändert und meinen Freunden mitgeteilt. Jetzt bin ich halt Geheim bei Facebook, nur für Freunde erreichbar. Versuchen Sie mal mich bei Facebook zu finden, es geht nur noch ein paar Tage.
Wie kann man sich über eine solche "Nachricht" aufregen?!
Wer Geld verleiht, eine Wohnung oder eine Dienstleistung zur Verfügung stellt, braucht, falls er kein Idiot ist, Sicherheiten. Das übernimmt die Schufa - man stelle sich umgekehrt vor, jeder Handynutzer müsste individuell seine Kreditwürdigkeit erst ausfühlich nachweisen! Und wer beschließt, sich im Netz auszuziehen, riskiert wahrgenommen zu werden - das ist doch ganz einfach.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.06.2012 23:50 UhrWelche Sicherheit
Ihre Anmerkung ist abwegig. Sicherheit für einen Kredit vergibt die
Schufa nicht. Gegründet wurde sie mit dem Anspruch, alle Kredite,
die ein Mensch hat oder hatte, zu registrieren. Mitglieder der Schufa
konnten bei einer neuen Kreditvergabe nachfragen, ob schon Kredite
bestehen und ob sie bedient wurden.
Das ist legal und genügt.
Die Schufa greift seit vielen Jahren weit darüber hinaus und geht
immer weiter.
Sie und andere Kommentatoren versuchen den Eindruck zu erwecken, die
Schufa würde sich auf das ursprüngliche Feld beschränken.
Das ist durchsichtig.
Finanzierungsinstrumente wie Crowdfounding zeigen, dass es
zukünftig auch ohne Schufa gehen wird. Bloß weil das
beschriebenen Vorgehen irgendwann umgesetzt ist - und das wird es,
zumindest in Teilen mit 100%iger Sicherheit! -, wird ja nicht der Bedarf
an Krediten oder anderen Dienstleistungen sinken...
Es wird nur eine Frage des allgemeinen Leidensdruckes bzw. der
potentiellen Rentabilität sein, bis sich z.B. eine
Mobilfunkgenossenschaft oder ähnliches bildet.Dank innovativer
Startups ist es ja schon heute möglich Privatkredite per Internet
zu vermitteln (geben und nehmen).
Auch die Schufa wird noch merken, dass ihre Dienstleistungen am Ende vom
Geld der ausspionierten Bürger bezahlt wird. ;-)
Überzeugen sie Ihren Bankmitarbeiter mit Eigenmitteln und Gehaltsabrechnungen
und anderen Sicherheiten. Stromkonzernen und Telefondienstleitern empfehle ich Rabatte für Vorkassekunden
D.h.
wenn ich in Zukunft ein Haus finanzieren will muss ich mir das Geld in
der Crowd besorgen und erst 1000 Leute überzeugen, dass sie mit
Geld geben?
Da überzeug ich doch lieber einen Bankmitarbeiter mit meinem Schufa Score.
Und Leute die keinen positiven Score haben sollten vielleicht lieber
keinen 6 stelligen Betrag an Schulden aufnehmen.
verschwindet nicht mit einem großen Knall, sie wird uns auch nicht
abgenommen, sie wird verschenkt - für nichts. Bei Google, Apple,
Facebook und wie sie alle heißen. Sie wird verschenkt vom
Riesenheer der Gedankenlosen bis Denkbefreiten, die noch auf alles
hereinfallen, was nur irgendwie angesagt ist. Hinterher ist es dann
natürlich keiner gewesen. Und wer vorher warnt und mahnt, hat noch
Glück, nur als ewige Kassandra verlacht zu werden. Die, Ironie am
Rande, übrigens recht behalten hat.
Was sich viel Behörden, Vereine wie die Schufa u.a. so unter
Internet vorstellen, hat nichts, aber auch so gar nichts mehr mit dem
Internet zu tun, das uns allen mehr Demokratie und Freiheit hätte
bringen können.
So langsam wird es seinem Namen gerechter als man es sich je hätte
vorstellem wollen: Willkommen im Netz! Und viel Spaß dabei, sich
wieder daraus zu befreien...
Wer braucht eigentlich Facebook?
Das Regime und deren Machthaber sorgen für Ruhe in der Kiste
Viel interessanter ist doch die Rückwirkung dieses Vorgehens auf den Internetnutzer. Wer wird noch offen seine Meinung kund tun, wenn alles was man von sich gibt, nach geheimen Kriterien von noch geheimeren privatwirtschaftlichen Unternehmen bewertet und an interessierte Kunden in der Wirtschaft weitergeleitet wird? Das ist Zensur über ökonomische Repression in Reinkultur. Von nun an heißt es, die Banken zu lobpreisen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.06.2012 17:55 Uhr... oder abwenden
Meine Güte, als ob es keine Alternativen zu den behäbigen Großkonzernen gibt...
Falschinformationen und Erpressungen
Daten im Internet werden nicht geprüft. Selbst erkannte und gerichtlich gelöschte Daten bleiben oft im Internet, weil sie an anderer Stelle gespeichert werden. Beispielsweise können falsche Daten verwendet werden, um bei Bewerbungen den Konkurrenten aus dem Spiel zu werfen. Was ist mit Trojanern - auch in Schufadaten? Sind Schufa-Mitarbeiter unbestechlich und nicht zu erpressen? Bereits jetzt können die Scores der Schufa falsch sein oder es sind falsche Schlüsse in den Programmen der Schufa. Was ist mit Mobbing, auch von Schülern? Was ist mit getürkten Fotos oder (Sex-)Filmen?
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