Home
http://www.faz.net/-gqe-rgx3
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Mittwoch, 15. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Protest Ärzte drohen weiter mit Streik

14.12.2005 ·  Die Ärzte sollen mehr als bisher für eine wirtschaftlichere Verordnung von Medikamenten in die Pflicht genommen, die Arzneimittelhersteller dagegen weniger stark belastet werden. Die Ärztegewerkschaft pocht derweil weiter auf dreißig Prozent mehr Lohn.

Artikel Bilder (1) Video Lesermeinungen (0)

Die Bundesregierung will die Arzneimittelhersteller weniger stark belasten als bisher geplant. Dafür sollen die Ärzte mehr als bisher für eine wirtschaftlichere Verordnung von Medikamenten in die Pflicht genommen werden. Das geht aus dem dieser Zeitung vorliegenden veränderten Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen von Union und SPD hervor, der an diesem Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll.

Statt zwei Milliarden Euro soll das jährliche Einsparvolumen bei den Arzneimittelherstellern nun nur noch 1,3 Milliarden Euro ausmachen. Im kommenden Jahr werde das Einsparvolumen nur 975 Millionen Euro betragen, weil die neuen Regelungen mit Preisabschlägen auf Arzneimittel erst von April an in Kraft treten können. Allerdings sollen weitere 500 Millionen Euro an Arzneimittelausgaben dadurch wegfallen, daß die Ärzte mit einem „Bonus-Malus-System“ veranlaßt werden, möglichst preiswerte Arzneien zu verschreiben. Weitere 200 Millionen Euro sollen bei Kliniken und Kassen eingespart werden.

Zwang zu Veränderungen

Die Veränderungen gehen vor allem auf Proteste der Pharmaindustrie zurück, aber auch auf Einsprüche der Union, die der SPD vorgeworfen hatte, sie halte die im Koalitionsvertrag gemachten Verabredungen nicht ein. So soll der neue Zwangsrabatt (5 Prozent) auf den Preis bezogen werden, den der Hersteller verlangt, und nicht auf den höheren Abgabepreis in der Apotheke. Auch wird das Verbot für Preiserhöhungen auf genau zwei Jahre befristet, die von 2007 an höhere Mehrwertsteuer berücksichtigt. Im Ergebnis dürfte dadurch der Druck auf die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen und damit das Verlangen nach einer umfassenden Finanzreform der Krankenversicherung im kommenden Jahr steigen.

Der Arbeitskampf der Klinikärzte in Deutschland ist vom Landgericht Köln vorerst untersagt worden. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will den Streik nun im Januar durchführen.

Der Zwang zu Veränderungen im Gesundheitssystem wächst auch durch angekündigte neue Massenproteste der Krankenhausärzte. Nachdem das Kölner Landesarbeitsgericht die für Mittwoch ausgerufenen Arbeitsniederlegungen verboten hatte, sagte der Krankenhausärzteverband Marburger Bund Proteste in weiteren 100 Kliniken ab. Diese sollen nun Anfang kommenden Jahres nachgeholt werden.

Eigener Tarifvertrag

Die Ärztegewerkschaft, in der mehr als 90.000 der 145.000 Krankenhausärzte organisiert sind, verlangt einen eigenen Tarifvertrag für Ärzte mit Lohnsteigerungen von bis zu 30 Prozent. Ferner verlangt sie tarifvertragliche Verbesserungen der Arbeitszeiten und ein Ende der nach EU-Recht verbotenen Bereitschaftsdienste von bis zu 36 Stunden. In den vergangenen Wochen hatte der Verband Ärzte an Universitätskliniken zu Demonstrationen, die Ärzte der Berliner Charite zu einem einwöchigen Ausstand aufgerufen.

Quelle: ami., F.A.Z., 14.12.2005 / Seite 1
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Aufbau von Obamas Gnaden

Von Patrick Welter

Der amerikanische Präsident Barack Obama will die Ausgaben in diesem Jahr noch einmal um fast 200 Milliarden Dollar auf 3,8 Billionen Dollar steigern. Mit der Krise ist das nicht zu begründen, eher mit der Wahl im November. Mehr

15.02.2012 09:46 Uhr
  Vortag
Dax 6.790,72 +0,93%
 OK
15.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.790,09 +0,92%
FAZ-INDEX 1.514,12 +0,89%
TecDAX 778,66 +0,62%
MDAX 10.338,70 +0,83%
SDAX 5.036,35 +0,25%
REX 421,66 −0,02%
Eurostoxx 50 2.504,58 +0,65%
F.A.Z. EURO INDEX 80,88 +0,77%
Dow Jones 12.878,30 +0,03%
Nasdaq 100 2.575,24 +0,22%
S&P500 1.350,50 −0,09%
Nikkei225 9.260,34 +2,30%
EUR/USD 1,3165 +0,30%
Rohöl Brent Crude 118,27 $ +0,62%
Gold 1.722,00 $ +0,61%
Bund Future 138,48 € −0,04%