24.03.2012 ·
Von Patrick Bernau und Georg MeckRichtlinien für Lesermeinungen
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die verhaeltnissmaessigkeit von entlohnung ist zuerst eine moralische frage
und dann erst eine oekonomische. schon klar, winterkorn will davon nichts hoeren, und allerlei profifussballer auch nicht. ich plaediere nicht fuer obergrenzen der bezahlungen, sondern fuer eine entsprechende radikal progressive besteuerung.
Ein mehr als hinkender Vergleich!
Die Proseite schrieb: "der Unterschied zwischen einem guten und
einem exzellenten Manager kann Milliarden von Umsatz ausmachen."
Äpfel und Birnen lassen sich nur schlecht vergleichen, darum
vergleichen Sie Herrn Winterkorn doch einmal mit dem verstorbenen Steve
Jobs. Der hatte Visionen und ging damit nicht zum Arzt sondern zu
Investoren, und hat Produkte geschaffen, die die Menschen in ihren Bann ziehen.
Und was macht Herr Winterkorn? Er lässt nach wie vor Autos bauen,
die immer schwerer und immer leistungsstärker werden, die aber
letztlich genau 0 (in Worten: Null) Innovation bergen. Und immer nur den
gleichen, aus umweltpolitischer Sicht untragbaren, Mist zu verkaufen,
ist m.E. nach definitiv keine 17 Mio Euro wert. Nicht einmal ein Zehntel davon.
Steve Jobs ist kein Manager
, denn er macht die Marke Apple aus. Steve Jobs steht für den Rebellen, der gegen die böse Microsoft aufbegehrte, er steht auch für Kreativität und vieles mehr noch, was die Marke Apple ausmacht. Apple ist Steve Jobs. Leute, die so eng mit der Marke verbunden sind, sind Teil des Markenwerts und haben einen höheren Lohn verdient. Sie sind nicht bloss "Manager". Doch wofür steht Herr Winterkorn? Für nichts, deshalb ist er beliebig austauschbar, ist nicht Teil der wertvollen Marke und hat dafür weniger Lohn verdient.
Lob für das journalistische Konzept in diesem Artikel! Zwei Autoren
gegensätzlicher Meinungen so direkt gegenübzustellen ist eine
gute Sache und das würde ich sehr gerne öfter hier sehen! :)
Inhaltlich fehlt hier natürlich noch die 3. Meinung: "Beide
verdienen absurd zu viel und die Gesellschaft sollte damit
aufhören, Einzelpersonen so viel Geld hinterherzuwerfen, wenn sie
gerechter sein möchte!" ;)
Die Deutschen freuen sich nicht über den Erfolg anderer, sondern
zeigen nur Neid, Missgunst und Spott für erfolgreiche Zeitgenossen.
.
By the way: Der VW Konzern hat ca. 500.000 Mitarbeiter. Würde man
das Gehalt von Hr. Winterkorn um 10 Millionen kürzen und auf die
Mitarbeiter umlegen, würde jeder 20 € mehr bekommen
(vorrausgesetzt bei gleichen Abgaben an Steuern, etc.). Dafür, dass
VW den Mitarbeitern deutlich mehr als 20€ ausschütten konnte,
hat er eher noch mehr Gehalt verdient.
.
Man sollte auch noch bedenken, dass jemand mit viel Gehalt auch viel
ausgibt und auch viele Steuern zahlt. Ist man den "böse"
oder ein schlechter Mensch, weil man viel Geld hat? Ich denke nicht,
denn man kann damit auch Leuten Arbeit geben, durch zB Luxusgüter,
die einfach keinen großen Markt haben. Also was soll das. Freut
euch, dass der viel Geld bekommt und keine Sorgen um sein Vermögen
haben muss.
sondern eine Marke, so wie BMW, Nivea, etc. Eine Marke ist einzigartig, attraktiv und vor allem relevant für die Kunden etc. Diese Kunden wollen BMW, Nivea und im Fussball eben Messi. Den Dr. Irgendwas von BMW, Nivea oder eben den Manager von Messi wollen die Kunden dagegen nicht. Diese sind im Gegensatz zu einer Marke nicht Spezifisch, nicht einzigartig, sondern beliebig austauschbar. Deshalb kann man Manager nicht mit Messi vergleichen. Viel sinnvoller wäre es, die Managergehälter mit dem Durchschnittsgehalt der Belegschaft oder einem Branchendurchschnitt zu vergleichen.
Dürfen und müssen - das ist so deutsch, wie etwas nur sein kann.
Vielleicht wollen die ja auch viel verdienen. Wollen ist allerdings etwas ziemlich undeutsches.
die Fragestellung ist völlig unsinnig bis absurd. Oder redet hier schon wieder einer vor lauter Neid von "verbieten"? Bei VW entscheiden letztlich die Aktionäre, also die Eigentümer, was es ihnen Wert ist, wenn einer erfolgreich dafür sorgt, daß einige hundet tausend Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue geschaffen werden. Ob Messi Vergleichbares leistet bezweifle ich, wenn es aber Geldgeber gibt (die nicht öffentliches Geld der Steuerzahler) soviel ausgeben wollen, dann müssen die das dürfen. Alles andere kann man sich in Nordkorea oder Cuba ansehen. Oder schon vergessen, was Unfreiheit anrichtet?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.03.2012 15:42 Uhr@Volker Kulessa
"Alles andere kann man sich in Nordkorea oder Cuba ansehen. Oder
schon vergessen, was Unfreiheit anrichtet?"
Mit Ihrem Denk- und Diskussionsverbot über das Einkommen anderer
Bürger sind Sie diesen beiden Ländern näher als Sie
glauben. In sozialistischen Ländern durften und dürfen Sie
sich nicht kritisch über Privilegien und Einkünfte der
Partei-Bonzen ergänzen. Ergänzen Sie in diesem Satz mal
"Partei" mit "Wirtschaft" dann sehen Sie die
Parallele. Ich fänd's gut, wenn wir mal was aus der Geschichte lernen.
Jeder würde wohl die Vergütung akzeptieren, wenn er sie in die
eigene Tasche stecken könnte.
Bei VW wird die Sache jedoch besonders pikant. Erst segnet die
Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat die Boni ab, um anschließend
dagegen zu wettern und eine Begrenzung zu fordern.
Meine Meinung dazu, wenn ein Unternehmen exorbitante Gewinne erzielt,
dann ist es logisch, dass daraus auch exorbitante Boni resultieren!
Umgerechnet auf den Unternehmensbereich, bewegen sich die Boni noch
immer im Promillebereich!
... oder was soll das Krankenpflegepersonal verdienen ?
Also, es ist schon erstaunlich, was sich Leute wert sind, ob es Top-Manager oder Weltklassefussballer sind und es ist ebenso noch mehr erstaunlich, warum die Geldgeber entscheiden, was sie wert sein sollen. Nun, kein Manager und auch kein Fussballer sind 50 bzw 100 Millionen pro Jahr wert. Naturlich sollen ausgewohnliche Fahigkeiten und dessen Einsatz sehr gut bezahlt werden, nur gibt es 2 Sorten von Menschen, die selbst bei 50 oder 100 Millionen immer noch nicht den Hals vollkriegen und die, denen das viele Geld mehr peinlich ist und sie versuchen, mit Glanzleistungen diese zuruckzuzahlen und doch ist diese Sorte Mensch, bemuht, zu sagen, das diese Summen unglaublicher Wahnsinn ist ... Was soll denn die Krankenschwester oder der Krabnkenpfleger verdienen, der 3-schichtig arbeiten muss, sich um kranke und sterbende Menschen kummern, warum werden diese nicht anstandig bezahlt und werden als Luckenbusser dazu benutzt, damit die streikenden Arzte, noch besser bezahlt werden ... ?
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.03.2012 17:10 UhrNichts durcheinander werfen!
Eine Gerechtigkeitsfrage daraus zu machen ist nicht fair. Natürlich
soll das Krankenpflegepersonal so viel Geld verdienen, dass es gut davon
Leben kann. Aber weil dem vielleicht subjektiv betrachtet nicht so ist,
rechtfertigt es nicht an Spitzengehältern gemessen zu werden. Ein
Krankenpfleger übernimmt gewiss einiges an Verantwortung und er
arbeitet auch viel. Aber ein Topmanager wie Winterkorn arbeitet auch
viel, der ist quasi 24/7 im Einsatz und hat auch keinen wirklichen
Urlaub. Und er trägt Verantwortung für weltweit 500.000
Mitarbeiter. Er hat viel größere Macht, also auch eine viel
größere Verantwortung. Und er hat Jahre seines Lebens mit
Studium und Ausbildung verbracht. Hochausgebildet als Stichwort.
.
Was sollen denn Ärzte sagen, die mit 35 Jahren erst Geld verdienen
und noch auf den Studiumskosten herumhocken, während Gleichaltrige
schon 15 Jahre lang Geld verdienen haben? Bei einem Einkommen von
25.000€ pro Jahr, hätte der schon über 375.000€ mehr
beiseite gelegt!
Sie haben recht, Herr Slater!
In unserem Wirtschaftssystem wird rein betriebswirtschaftlich gedacht.
Es wird gefragt: Was ist diesem Unternehmen ein Mensch wert? Wieviel ist
das Unternehmen bereit, für einen Lohnsklaven (wenn ein Mensch
gekauft wird, ist der Ausdruck "Sklave" durchaus passend, auch
für Messi und Winterkorn) zu bezahlen im Verhältnis zur
Profiterhöhung, die dieser für es bewirkt? Wenn diese
Profiterhöhung immens ist, ist auch das Gehalt entsprechend immens.
So kommen volkswirtschaftlich gesehen vollkommen irrationale
Gehälter zustande.
Es wird in unserer merkantilen Kultur nicht gefragt: Welchen Wert hat
eine Tätigkeit für die gesamte Volkswirtschaft oder
Gemeinschaft, wie nötig ist sie zur Befriedigung der wichtigsten
allgemein menschlichen Bedürfnisse? Wäre dem auch nur im
Ansatz so, hätte eine Krankenpflegerin oder ein Bauer auf jeden
Fall ein weitaus höheres Gehalt als Messi und Co.
Außerdem: Bei der Kritik solch irrationaler Gehälter von Neid
zu sprechen, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Beide für sich genommen sind wirklich herausragende Leute. Gegen beide Gehällter ist erstmal grundsätzlich nicht viel einzuwenden. An deren Stelle würde ich mir das sicherlich auch nicht nehmen lassen. Fatal ist dabei nur, dass einer der beiden Leistung fordert und auf der anderen Seite prekäre Arbeitsverhältnisse schafft. Deshalb regt man sich natürlich eher über die sogenannten Manager auf, als über Fußballer. Darüber hinaus fehlt Chancengerechtigkeit. Angebot und Nachfrage sind bei Fußballern vielleicht noch existent, bei dem vorgestellten Manager sicherlich nicht. Hier entscheidet Vitamin B. Ab einem bestimmten Niveau ist auch Schauspielerei vorteilhafter als reines Sachwissen. Das ist natürlich schade und muss kritisiert werden. Abschließend darf man darauf hoffen, dass Artikel 14 GG gilt und Eigentum tatsächlich verpflichtet...
Wer hätte nicht gerne mehr Geld?
Aber deswegen jetzt eine Neiddebate los zu treten führt nicht weiter. Wenn der Konzern oder der Fußballverein der Meinung ist, dass das Geld gut angelegt ist ist das deren Angelegenheit. Sollte mich das Einkommen stören suche ich mir ein Auto eines anderen Herstellers oder einen neuen Lieblingsfußballer, so what?
Wie heißt es so schön im Fußball,
der Star ist die Mannschaft. Auf Unternehmen übertragen sind dies folglich die Mitarbeiter. So gesehen dürfen Topmanager nicht nur, nein sie sollten ihre Gehälter an den "Stargagen" ihrer Mitarbeiter messen. Das lief lange Zeit in Deutschland auch ganz gut, bis einer auf die Idee kam, man könnte die Gehälter unserer "Topmanager" doch an denen irgendeines Banken-Fuzzis in New York messen. Woran misst man den Erfolg der Manager? An den aktuellen Umsatzzahlen, die gerade ganz gut ausschauen, da der Absatz in China boomt oder an dem, was die Topmanager aus ihren Leuten rausholen? Dann sieht es nämlich nicht so prickelnd aus für unsere "Topmanager", denn 20% der Mitarbeiter in D haben innerlich gekündigt, über 60% tun Dienst nach Vorschrift und nur 13% sind engagiert bei der Sache, was zu einem Schaden von über 100Mrd/anno für die Unternehmen führt. Oder weiter, man stelle sich eine Fußballmannschaft mit o.g. Motivationslage auf dem Platz vor. Grauenhaft, der Abstieg wäre vorprogrammiert.
Keine Markwirtschaft im Vorstand
Letztlich sollten Angebot und Nachfrage nach bestimmten Fähigkeiten
das Gehalt bestimmen. Auch wenn ich schon lange keine Sypmpathie mehr
für alle Beteiligten in und um den Profifussball herum aufbringen
kann, muss ich sagen: Im Fussball scheint diese Gesetz
einigermaßen zu funktionieren.
Bei der Besetzung und Entlohnung von Spitzenkräften in der
Wirtschaft ist das für mich mehr als fraglich. Wenn doch, so
müssten sich Aktionäre und Aufsichtsräte ständig
fragen, ob sie die Leistung z.B. eines Vorstandes nicht auch viel
billiger bekommen könnten. Bei allen anderen Angestellten wird dies
ganz selbstverständlich getan.
Der Vergleich wird ja immer gemacht und wird Kritiker kaum
besänftigen, weil der eine "Misstand" mit dem anderen
erklärt wird.
Die eigentliche Bezugsgröße für derartige Gehälter
sind die Einkünfte der Kapitalseite. Wieso? Weil Top-Manager sonst
bei gedeckelten Bezügen "Unternehmer" werden würden,
wenn sie dort mehr verdienen können. Herr Winterkorn hätte
kaum VW selbst gründen können, könnte aber jederzeit ein
großes Planungsbüro aufmacher.
Banker könnten und können Hedgefonds auflegen etc. Von Tricks,
dass Manager dann auf einmal selbstständige Berater sind, gar nicht
zu reden. Wenn AGs also die - angeblich - besten Leute haben wollen,
müssen sie mit derartigen Karrieren konkurrieren können
Stars überhaupt soviel verdienen wie Manager die Verantwortung
über viele Angestellte haben ?
Das wäre die richtige Fragestellung. Und meine Antwort ist ein
klares NEIN!!!
Die Gehälter der Manager sind ein Entgeld für die riesige
Leistung und das geschickte Vorgehen
welche entscheiden zwischen Gewinnen oder Verlusten in
Milliardenhöhen.
Eine Schweinerei sind die riesigen Gagen für Sportler, Showmasters,
ect. und deren unverdiente Einnahmen aus Werbung, welchen keine
entsprechende Leistung des Erbringers gegenübersteht.
hat es leider nicht verstanden und scheinbar (bei allem Respekt) weder
von der Welt des Profisports noch vom Unternehmertum viel Ahnung.
Genausowenig, wie ein Herr Messi mit Spiel und Spass zu seiner Position
gelangt ist, gibt es auf der Welt mehr als eine Handvoll Personen, die
die Position des Herrn Winterkorn ausfüllen können. Es gibt
sowohl auf der einen, wie auch auf der anderen Seite mehr als genug 15h
Tage gepaart mit Einzigartigkeit
Unabhängig von der Frage, wer von beiden wieviel verdient: Eine schrecklich deutsche Diskussion, wie ich finde.
Scheinbar klug argumentiert Herr Meck
...aber ein paar gewichtige Dinge lassen Sie ausser Acht:
1) wohin ein ungezuegelter Markt fuehrt lehrt uns die derzeitige (und
vorangegangene) Finanzkrise(n)
2) Sportveranstaltungen wie auch generell die Sportfoerderung werden
massiv vom Staat, insofern der Gemeinschaft subventioniert
3) die Fussballclubs sind zT massiv verschuldet (s. 1. Punkt)
4) ist (war) Adolf Hitler weil er zum Reichskanzler gewaehlt wurde und
ungeheure Popularitaet erfuhr deshalb auch ein legitimer Star?
mit anderen Worten - muss man den Nihilismus der Mehrheitsmeinung
unbedingt unkommentiert akzeptieren?
Resumee:
Sogenannte Stars werden vielfach zu hoch bezahlt, versauen damit die
"Volksmoral", geben mitunter schlechte Vorbilder ab und deren
Ueberbezahlung ist abzulehnen. Dies ist jedenfalls meine Meinung.
Während jemand wie Messi nur durch Talent, Training und
außergewöhnliche Leistungen und deren über Jahre
wiederholten Nachweis, den er persönlich erbringen muss und nicht
nach "unten" delegieren kann, auf ein solches Niveau gelangt,
kann Topmanager werden, wer zur rechten Zeit am rechten Ort ist und von
den richtigen Leuten protegiert wird. Sehr oft kann bei Topmanagern
zwischen Wirk- und Scheinleistung nur schwer unterschieden werden. Oft
ist auch unklar, welchen Anteil "Chef" oder seine Mitarbeiter
erbringen. Deshalb sind die Differenzen im Gehalt hier oft
unbegründet. Ist die Leistung eines Vorstandes 40 mal mehr wert als
die eines Abteilungsleiters?
Solange das Einkommen von Sportstars nicht durch Steuergelder finanziert
wird, ist die Höhe o.k., wenn sich keiner mehr für einen Star
interessiert, fällt es von selbst.
Georg Meck Jahrgang 1967, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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