25.12.2008 · Die private Hochschule Witten-Herdecke hat eine Schonfrist von ein paar Wochen bekommen. Jetzt müssen die Finanzen geordnet werden. Die Privatuniversität hatte bislang zwar inspirierende Präsidenten, doch gute Kaufleute waren selten.
Von Winand von PetersdorffDie private Hochschule Witten-Herdecke hat eine Schonfrist von ein paar Wochen bekommen, ihre Finanzplanung in Ordnung zu bringen und zu beweisen, dass sie eine Zukunft hat. Die Universität ist den Schweiß der Edlen wert. Aber warum sollte im neuen Jahr gelingen, was in der Vergangenheit nicht gelang?
Das Experiment Witten war geprägt von Aufbruchstimmung, Idealismus und Engagement der Dozenten und Studenten. Und gleichzeitig lebte die Universität nach ihrer durchaus schweren Geburt vor 25 Jahren immer am Rande des Abgrunds. Inspirierende Präsidenten hatte die Hochschule, gute Kaufleute waren sie selten. Auch an Sorgfalt schien es gelegentlich zu mangeln. Sie versäumten die langfristige Kapitalbildung, man lebte von der Hand in den Mund. Das rächt sich jetzt.
Der private Heidelberger Gesundheitskonzern SRH, der vor einem halben Jahr vom Hof gejagt worden war, hat Interesse an einer Beteiligung. Dem Betreiber von Fachhochschulen im Gesundheitssektor darf man zutrauen, die Betriebswirtschaft der Hochschule in den Griff zu bekommen. Von der Idee der freien privaten Universität wird nicht viel bleiben.
Winand von Petersdorff-Campen Jahrgang 1963, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft.
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