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Veröffentlicht: 24.10.2011, 17:30 Uhr

Pressevertrieb Bauers Sitten

Mit dem Urteil gegen den Großhandel erhalten Verlage wie Bauer ein Drohmittel. Wenn sich noch mehr von ihnen entscheiden, auf Eigenvertrieb umzustellen, ist die Pressevielfalt in Gefahr.

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Der Hamburger Bauer-Verlag spielt mit dem Feuer. Vor dem Bundesgerichtshof hat der Großverlag zwar gewonnen und sich gegen einen kleinen Pressegroßhändler durchgesetzt, aber zu welchem Preis? Jahrzehntelang hat der Verlag das deutsche Vertriebssystem mit aufgebaut und davon profitiert.

Jan Hauser Folgen:

Mit dem Führungswechsel von Heinz Heinrich Bauer hin zu seiner Tochter Yvonne Bauer scheint das alles vergessen zu sein. Noch mehr als zuvor zählt für das Zeitschriftenhaus Kosten zu sparen. Der Verlag hat einen Pressegroßhändler gekündigt, um mit der eigenen Tochtergesellschaft selbst den Vertrieb zu organisieren.

Dass dies nach dem Karlsruher Urteil jetzt rechtmäßig ist, gibt den großen Verlagen ein starkes Drohmittel in die Hand, um auf den Grossisten Druck aufzubauen, damit dieser deren Zeitschriften in den Fokus rückt - zu Lasten aller anderen, vor allem der kleineren Publikationen. In die gleiche Richtung stößt der Verlag in Köln vor: Dort klagt Bauer darauf, nicht mehr mit dem Grosso-Verband zentral über die Konditionen zu verhandeln. Während sich fast alle andere Verlage zum Presse-Grosso-System bekennen, gefährdet Yvonne Bauer das Vertriebssystem. Am Ende würde darunter die Pressevielfalt leiden.

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