19.05.2006 · Ein Weltkonzern läßt sich von Fußballklubs vorführen: Auch wenn sich die Deutsche Telekom und Premiere nun verbünden, wird das Ringen um die Übertragungsrechte der Bundesliga immer mehr zur Farce. Ein Kommentar.
Das Ringen um die Übertragungsrechte in der Fußball-Bundesliga wird immer mehr zur Farce. Ein Weltkonzern wie die Deutsche Telekom läßt sich dabei von den Fußballvereinen vorführen.
Seit Monaten streitet die Telekom mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) darüber, wie denn nun die Verträge auszulegen seien: Darf die Telekom ihr geplantes Bundesliga-Internetfernsehen nur via DSL-Telefonleitung und damit - mangels einer ausreichenden Zahl von Anschlüssen - fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit aussstrahlen?
Die DFL fordert dies, die Telekom und vor allem deren Partner Premiere pochen dagegen darauf, daß auch eine Verbreitung über Kabel und Satellit möglich sei. Am Freitag nun hat Telekom-Vorstand Walter Raizner nur ein DSL-Angebot vorgestellt und weitere Gespräche mit der DFL angekündigt. Damit gibt die Telekom ein schwaches Bild ab. (Siehe auch: Premiere und Telekom verbünden sich)
Denn in der DFL-Ausschreibung, die Basis für die Rechtevergabe war, steht explizit, daß die Bundesliga im Internet-Fernsehen auch über Kabel und Satellit verbreitet werden dürfe. Das war offensichtlich ein Schnitzer der DFL, die sich nun auf den „Geist der Verträge“ beruft, der einer solchen breiten Verbreitung entgegenstehe.
Doch warum soll die Telekom auf erworbene Vermarktungsmöglichkeiten verzichten, um damit ein unprofessionelles Ausschreibungsverfahren der DFL im Nachhinein zu deren Gunsten zurechtzubiegen? Wenn die DFL sich durchsetzt, gerät Raizner in Erklärungsnot gegenüber seinen Aktionären.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.161,10 | −1,87% |
| EUR/USD | 1,2397 | +0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 98,37 $ | −3,20% |
| Gold | 1.558,00 $ | 0,00% |
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