26.01.2004 · Der "Schnäppchenjäger" ist in Deutschland salonfähig geworden. Im Internetzeitalter läuft er auf der Suche nach dem günstigsten Angebot nicht mehr durch die Geschäfte, sondern sucht sich im Netz den besten Preis.
Der "Schnäppchenjäger" ist in Deutschland salonfähig geworden. Im Internetzeitalter heißt der Schnäppchenjäger neudeutsch "Smart Shopper", der auf der Suche nach dem günstigsten Angebot nicht mehr durch die Geschäfte läuft, sondern sich im Netz den besten Preis sucht.
Daß Preisvergleichsmaschinen wie Guenstiger.de und der Internetmarktplatz Ebay die früher zeitraubende Suche nach dem Schnäppchen zu einer Angelegenheit weniger Minuten gemacht hat, bekommt der Handel inzwischen schmerzlich zu spüren: Während die stationären Händler unter dem harten Preiswettbewerb und der Kaufzurückhaltung der Verbraucher stöhnen, feiern die Internethändler einen Umsatzrekord nach dem anderen.
Die amerikanischen Verbraucher haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von 100 Milliarden Dollar im Internet bestellt. In Deutschland wird der Online-Umsatz im Jahr 2003 auf mindestens 17 Milliarden Euro geschätzt. Allein der Warenhauskonzern Karstadt-Quelle hat im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen für 1,6 Milliarden Euro im Internet verkauft, 28 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Konzern erwirtschaftet inzwischen jeden zehnten Euro Umsatz im Online-Geschäft.
Preisvergleichsmaschinen machen den Markt transparent
Nicht zufällig ist der Preiskampf in den Branchen in den vergangenen Jahren besonders stark geworden, in denen der Internethandel schon eine große Rolle spielt. Computer, Unterhaltungselektronik und Reisen sind relativ homogene Produkte und der Preisvergleich entsprechend leicht möglich. Die Preisvergleichsmaschinen wie Kelkoo, Guenstiger und Geizkragen haben sich zuerst auf diese Branchen konzentriert und eine bisher nicht gekannte Preistransparenz hergestellt. In Sekundenschnelle werden die Angebote mehrerer hundert Online-Händler durchsucht und nach dem Kriterium Preis sortiert. Oft liegen kleine Händler in diesen Preislisten an der Spitze, da sie mit niedrigen Fixkosten arbeiten.
In anderen Branchen wie Haushaltsgeräten, Spielzeug oder Mode kann die Preistransparenz kaum noch aufgehalten werden. Die Preisvergleichsmaschinen, deren Besucherzahlen im Weihnachtsgeschäft sehr stark gewachsen sind, haben diese Kategorien inzwischen in ihre Kataloge aufgenommen, auch wenn die Zahl der Händler noch vergleichsweise gering ist.
„Smartshopper“ interessiert sich für Reisen, Autos, Bücher
Das wird sich aber ändern, denn die Zahl der Internetnutzer, die sich vor dem Kauf eines Produktes intensiv im Netz informieren, liegt nach Ergebnissen der Allensbacher Computer- und Technikanalyse (Acta 2003) inzwischen schon bei knapp acht Millionen. Das soziodemographische Profil der Internetrechercheure ist für die Handelsunternehmen sehr attraktiv: Überdurchschnittliche Bildung, meist zwischen 20 und 40 Jahre alt und einen vergleichsweise hohen wirtschaftlichen Status, so charakterisieren die Forscher den "Smartshopper". Besonders beliebte Produktfelder sind Reisen, Bücher, Autos, Theater/Konzerte und Computer.
In vielen Branchen informieren sich die Internetnutzer zwar im Netz, kaufen dann aber lieber im stationären Geschäft. Mit diesem Verhalten übertragen die stets gut informierten "Smartshopper" den harten Preiswettbewerb im Internet in die stationären Geschäfte. Denn die "Smartshopper" sind nicht bereit, im Laden höhere Preise als im Netz zu akzeptieren.
Besonders gering ist der Anteil der Online-Käufer in den Branchen Unterhaltungselektronik, Medikamente, Einrichtungsgegenstände und Autos: Weniger als 30 Prozent der Nutzer, die sich online intensiv über die Produkte informieren, kaufen auch schließlich per Mausklick. Einrichtungsgegenstände und Autos möchte der Verbraucher doch lieber ansehen und anfassen, bevor er kauft. Der Internethandel mit Medikamenten ist erst zum Jahresanfang zugelassen worden. Viele Verbraucher werden auf den Seiten der Internetapotheken wie Docmorris.com, Sanicare.de und Versandapo.de wohl zunächst die neuen Möglichkeiten des Preisvergleichs mit ihrer Apotheke um die Ecke nutzen.
Etabliert ist der Einkauf im Netz dagegen in den Branchen Bücher, Reisen und Spielwaren: Mehr als die Hälfte der Online-Rechercheure kauft auch im Netz ein, haben die Allensbach-Forscher herausgefunden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.386,37 | +0,70% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2535 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 107,03 $ | −0,21% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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