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Preisverfall für Solarmodule Die Solarindustrie in der Zwickmühle

 ·  Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen in Deutschland steigt auf Rekordhöhen. Trotzdem dürfte sich die Firmenauslese in der Branche 2013 fortsetzen. 30.000 Arbeitsplätze sind schon weggefallen.

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© dpa Vergrößern Gut beschäftigt: Solardachdecker

Zwei Nachrichten rund um die Jahreswende haben deutlich gemacht, in welchem Zwiespalt die Solarindustrie derzeit steckt. Einerseits ist die Nachfrage nach ihren Produkten aufgrund der Förderung so hoch wie nie zuvor. Andererseits setzt sich die Auslese in der Branche ungebrochen fort. So hat der Modulhersteller First Solar, einer der größten Anbieter auf der Welt, am Silvestertag offiziell seine Werke in Frankfurt an der Oder dichtgemacht. Zugleich zeichnet sich ab, dass 2012 abermals ein Rekordjahr wird, was die neue Solarstromleistung in Deutschland angeht. Allein zwischen Januar und November wurden 7300 Megawatt installiert.

Die Schließung der ostdeutschen Produktionsstätten von First Solar illustriert dagegen die problematische Lage der Zell- und Modulhersteller. Der anhaltende Preisverfall macht ihnen schwer zu schaffen. Innerhalb kürzester Zeit sind die Preise für Module um bis zu 40 Prozent gesunken. Seit gut einem Jahr zeichnet sich ab, dass viele Unternehmen diesem Druck nicht mehr standhalten können und Insolvenz anmelden müssen. Zu den prominentesten Beispielen gehört der sachsen-anhaltische Anbieter Q-Cells. Dessen Mitarbeiter hatten im Rahmen des Insolvenzverfahrens relativ viel Glück. Der koreanische Käufer Hanwha verpflichtete sich, einen Großteil der rund 1500 Arbeitsplätze zu erhalten. Weniger gut ergeht es jetzt den Beschäftigten im brandenburgischen Frankfurt, wo bislang 1200 Menschen für den amerikanischen Konzern First Solar arbeiteten. Bis spätestens Ende Mai verlieren alle Beschäftigten ihre Stelle. Knapp 300 werden von Mittwoch an den Maschinenpark abbauen. 600 gehen in eine Transfergesellschaft. Das Unternehmen hatte die Stilllegung zweier Werke bereits im April angekündigt und mit der starken Konkurrenz aus China sowie sinkender öffentlicher Förderung begründet.

Die Experten sehen die Branchenkrise 2013 keineswegs schon am Ende. Zumindest für das erste Halbjahr rechnet Wolfgang Hummel vom Berliner Zentrum für Solarmarktforschung nicht damit, dass sich die Lage bessert. „Dafür ist die Kluft zwischen Kapazität und Nachfrage einfach zu groß“, sagte er zur Begründung. Deutschland bleibe bei der Sonnenenergie ein Markt der Überkapazitäten, und der Preisdruck werde sich fortsetzen.

Das Geschäft der Handwerker läuft gut

Konkrete Prognosen sind Mangelware. Zumindest hat das Beratungsunternehmen Goetzpartners in einer Studie dargelegt, wohin die Reise geht. Demnach soll hierzulande innerhalb von fünf Jahren nur gut ein Drittel der Firmen der hochsubventionierten Branche überleben. Von den rund 230 größeren Unternehmen der deutschen Solarindustrie werden dann nur noch 86 existieren, heißt es. Vor allem Unternehmen mit einem isolierten Fokus auf Massenprodukte wie Solarzellen oder -module werden nur geringe Überlebenschancen eingeräumt. Die Zahl der Silizium- und Waferhersteller dürfte sich halbieren, die Zahl der Zellproduzenten um zwei Drittel und die Zahl der Modulhersteller um 70 Prozent zurückgehen.

Auf die Arbeitsplätze wirkt sich die Entwicklung schon heute deutlich aus. „Wir schätzen, dass im Rahmen der Konsolidierungswelle der vergangenen Monate nach ersten Erhebungen etwa 30.000 Jobs in Deutschland verloren gegangen sind“, rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft vor. Nach einer älteren Aufstellung aus dem Jahr 2011 hatte die Branchenorganisation die Zahl der Arbeitsplätze insgesamt mit 128.000 beziffert. Davon entfallen lediglich jeweils 22.000 auf die Bereiche PV-Produktion und Maschinenbau, 34.000 dagegen auf das Handwerk. Während die produktionsnahen Sektoren weiter Schwierigkeiten haben dürften, läuft das Geschäft der Handwerker nach Angaben aus der Branche gut. Schließlich muss jemand die vielen chinesischen Solaranlagen installieren.

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