Home
http://www.faz.net/-gqe-75gnb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Preise Inflation in Deutschland 2012 bei 2,0 Prozent

Mancher Verbraucher dürfte sich verwundert die Augen reiben: Die Inflation in Deutschland ist auf dem Rückmarsch. Das vermitteln zumindest die amtlichen Zahlen für das Gesamtjahr 2012. Auf kurze Sicht allerdings verteuern sich viele Waren und Dienstleistungen.

© dpa Vergrößern Preistreiber Benzin und Diesel

Entgegen aller Befürchtungen ist die Inflation in Deutschland im vergangenen Jahr nur um moderate 2,0 Prozent gestiegen. Von November auf Dezember aber gab es noch einmal einen überraschend kräftigen Schub mit einem Preissprung um 0,9 Prozent. Das errechnete das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten, wie die Wiesbadener Behörde am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zu Dezember 2011 stieg der Verbraucherpreisindex zum Jahresende um 2,1 Prozent.

Für das Gesamtjahr blieb die Jahresinflation unter dem Wert von 2011 (2,3 Prozent). Damals hatten kräftige Preissprünge bei Sprit und Heizöl die Teuerung auf den höchsten Stand seit 2008 (2,6 Prozent) getrieben. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt als stabiles Preisniveau Werte von „unter, aber nahe bei 2,0 Prozent“ an.

dpa © dpa Bilderstrecke 

Nach Meldungen aus den Bundesländern mussten Verbraucher für Heizöl, Strom, Gas und Kraftstoffe zwar auch im Dezember 2012 deutlich tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor. Doch die Energiepreise heizten die Teuerung zum Jahresende wesentlich geringer an als in den meisten Vormonaten.

Mehr zum Thema

Zum Teil deutlich mehr zahlen als vor Jahresfrist mussten Verbraucher saisonbedingt für Nahrungsmittel und Bekleidung. Wie üblich zogen zu den Winterferien auch die Preise für Reisen an, Experten beobachteten hier aber überdurchschnittliche Erhöhungen.

„Auch wenn der Preissprung im Dezember teilweise durch die Lage der Feiertage bedingt ist und sich somit in den kommenden Monaten korrigieren dürfte, bestätigen die heutigen Zahlen, dass der Preisauftrieb weiter an Schwung gewinnt“, erklärte die Commerzbank.

Dennoch erwarten die meisten Volkswirte für das laufende Jahr weiter sinkende Inflationsraten - trotz der nach wie vor weit geöffneten Geldschleusen der Europäischen Zentralbank (EZB).

„Bei den Liquiditätsspritzen der EZB handelt es sich um Finanzmarktliquidität, die an den Finanzmärkten verbleiben dürfte und nicht inflationstreibend in der Realwirtschaft wirkt“, erklärte der Deutschland-Chefvolkswirt der Unicredit, Andreas Rees. „Die deutsche Konjunktur wird bald wieder etwas anziehen, aber nicht so stark, dass daraus Inflationspotenzial entsteht. Auch aus den bereits abgeschlossenen Lohnerhöhungen für 2013 sollte kein starker Preisdruck entstehen.“ Die EZB prognostiziert für den Euroraum 2013 eine Inflationsrate von 1,6 Prozent (Spanne: 1,1 bis 2,1 Prozent).

Das Statistische Bundesamt will am 15. Januar detaillierte Ergebnisse für Dezember und das Gesamtjahr 2012 veröffentlichen.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Verbraucher in Deutschland Kauflustig wie lange nicht

Hochstimmung unter den Verbrauchern: die Marktforscher sehen das Konsumklima auf dem höchsten Wert seit 13 Jahren. Mehr

28.01.2015, 08:28 Uhr | Wirtschaft
Klimaspot Zombis schützen Klima

Dauerkipp ist gruselig fürs Klima. Für frische Luft im Winter ist kurzes Stoßlüften – also mindestens 5 bis 10 Minuten bei vollständig geöffnetem Fenster – der beste Weg, um Wärme zu sparen. Schon fünf Prozent weniger Wärmeverbrauch in deutschen Haushalten spart 4,55 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht 158 Millionen Liter Heizöl. Zum Vergleich: Damit ließen sich über eine Million Badewannen füllen. Deshalb: Stoßlüften statt Dauerkipp! Mehr

20.11.2014, 13:17 Uhr | Wissen
Fallende Preise Gute Zeiten für Heizölkäufer

Das günstige Heizöl schont die Geldbörse. Doch so mancher Tank ist noch voll. Und viele Verbraucher hoffen auf weiter fallende Preise und warten - zu Recht? Mehr Von Kerstin Papon

21.01.2015, 08:11 Uhr | Finanzen
Arbeitsmarkt Niedrigste Arbeitslosenzahl seit 25 Jahren

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist laut der Bundesagentur für Arbeit mit Bestwerten in das neue Jahr gegangen. Die Zahl der Arbeitslosen erreichte mit 2,764 Millionen den geringsten Dezember-Wert seit 1990. Mehr

07.01.2015, 16:38 Uhr | Wirtschaft
Währungskurse Euro sackt auf tiefsten Stand seit elf Jahren

Für einen Euro bekommt man inzwischen weniger als 1,15 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit dem 11. November 2003. Grund sind die Pläne der Europäischen Zentralbank. Mehr

16.01.2015, 16:55 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.01.2013, 14:51 Uhr

Die Furcht vor dem „Grexit“

Von Holger Steltzner

Nach dem Wahlsieg des Linkspopulisten Alexis Tsipras in Griechenland stehen turbulente Zeiten bevor. Die Wahlversprechen von Tsipras decken sich nicht mit den Forderungen der Troika. Die Drohung Athens mit dem „Grexit“ wirkt. Mehr 76 91


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Grafik des Tages Schusswaffen holen fast die Autos ein

In Amerika sterben mehr als 33.000 Menschen im Jahr durch Waffen - das sind fast so viele wie Tote im Straßenverkehr. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden