Die deutschen Erzeugerpreise sind im April im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent gefallen. Es war der erste Rückgang des Erzeugerpreisniveaus im Vormonatsvergleich seit fünf Monaten. Der Rückgang der Energiepreise und die Euro-Aufwertung zeigen ihre Wirkung.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte, ergab sich gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 1,6 Prozent. Ökonomen hatten ein auf Monatssicht um 0,1 Prozent verringertes Preisniveau prognostiziert, im Vorjahresvergleich war ein Plus von 1,5 Prozent erwartet worden. Ohne Energie ist der Index der Erzeugerpreise im April zum Vorjahr um 0,6 Prozent gestiegen.
Im April gab es laut Destatis auf Monatssicht einen spürbaren Rückgang der Preise für Mineralölerzeugnisse. Die Preise für Kraftstoffe sanken um 4,8 Prozent (Benzin 3,4 Prozent, Diesel 6,6 Prozent), leichtes Heizöl verbilligte sich um 19,9 Prozent und schweres Heizöl um 17,1 Prozent. Dennoch lagen die Preise für Mineralölerzeugnisse um 3,6 Prozent über denen des Vorjahres. Die Energiepreise insgesamt stiegen auf Jahressicht um 5,1 Prozent.
Preise für Zement und Frischbeton gehen deutlich zurück
Als bemerkenswert stellt Destatis den Rückgang der Preise von Zement auf Jahressicht um 14,4 Prozent und von Frischbeton (10,1 Prozent) heraus, die sowohl durch die schwache Baukonjunktur als auch durch das Kartellverfahren gegen führende Zementhersteller verursacht sein dürften.
Überdurchschnittliche Preiserhöhungen im Jahresvergleich gab es unter anderem bei Organischen Grundstoffen und Chemikalien (18,8 Prozent), raffinierten Pflanzenölen (15,3 Prozent), Polyethylen (13,2 Prozent) und Roheisen und Stahl (11,1 Prozent).
