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Mittwoch, 08. Februar 2012
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PR-Kampagnen Tchibo und Esso stoppen umstrittene Werbung

14.01.2009 ·  Nach massiven Protesten haben die Unternehmen Tchibo und Esso eine PR-Kampagne gestoppt, die an deutschen Tankstellen für Kaffee werben sollte - mit dem Slogan „Jedem den Seinen“. Den Spruch „Jedem das Seine“ hatten die Nationalsozialisten über dem Eingang des Konzentrationslagers in Buchenwald aufgehängt.

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Die Unternehmen Tchibo und Esso haben nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ eine gemeinsame PR-Aktion gestoppt, die an rund 700 Tankstellen unter dem Slogan „Jedem den Seinen“ für Kaffeesorten warb. Der Slogan spielt mit dem berühmten Spruch „Jedem das Seine“ („suum cuique“) des römischen Philosophen Cato der Ältere. Dieser wurde jedoch von den Nationalsozialisten missbraucht: Er stand über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar.

Tchibo: Slogan war „unglücklich gewählt“

Tchibo-Sprecherin Angelika Scholz erklärte laut „Frankfurter Rundschau“, das Unternehmen habe „nie die Absicht gehabt, Gefühle zu verletzen“. Sie räumte ein, der Slogan sei „unglücklich“ gewählt. Die Plakate sollten „schnellstmöglich“ wieder abgehängt werden. Esso-Sprecher Olaf Martin sagte der Zeitung, die beauftragte Werbeagentur habe die historische Bedeutung des Satzes offenbar nicht erkannt.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, begrüßte die Entfernung des Plakats. Dies sei eine „nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit“ oder ein Beispiel „totaler Geschichtsunkenntnis“.

Historische Unkenntnis

Tchibo und Esso sind nicht die ersten Unternehmen, die aus historischer Unkenntnis den Satz „Jedem das Seine“ für Werbezwecke verwenden. 1998 bewarb Nokia mit dem Spruch austauschbare Handy-Gehäuse. Die Plakate wurden mit dem Shakespeare-Titel „Was ihr wollt“ überklebt, nachdem unter anderem das American Jewish Commitee dagegen protestiert hatte.

Kurze Zeit später konnte der Handelskonzern Rewe einen Prospekt nicht mehr stoppen, in dem es hieß: „Grillen: Jedem das Seine“. Rewe entschuldigte sich öffentlich. 1999 stoppte die Fastfood-Kette Burger King in Erfurt nach Protesten eine Handzettel-Aktion mit dem Slogan. 2001 warb die Münchner Merkur-Bank auf die gleiche Weise für ihre Kontoführungsmodelle und erntete dafür heftige Kritik.

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Von Henrike Roßbach

Die Gewerkschaften drängen mit Macht auf die schöne Seite der Marktwirtschaft. Vor allem die Metaller wollen das Gefühl loswerden, den Aufschwung verpasst zu haben. Mehr 3

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