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Postdienstleister Pin wird Fall für Sanierungsexperten

19.12.2007 ·  Der Insolvenzverwalter Horst Piepenburg soll's richten. Der erfahrene Sanierungsexperte wird der neue Vorstandsvorsitzende der Pin Group, teilte das Unternehmen mit. Jetzt werden alle Optionen geprüft.

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Der Verwaltungsrat der Pin AG hat am Mittwoch Horst Piepenburg und Hans-Joachim Ziems in den Vorstand des Briefzustellers bestellt. Das teilte das Unternehmen mit. Die beiden Manager seien erfahrene Restrukturierungs- und Sanierungsexperten. Zuvor hatte der Pin-Hauptgesellschafter Axel Springer Verlag mitgeteilt, dass im Rahmen einer Verwaltungsratssitzung deutlich geworden sei, „dass die Gesellschafter kein gemeinsames tragfähiges Finanzierungskonzept für die Fortführung des Geschäfts der Pin Group gefunden haben“.

Laut Piepenburg, der der Mitteilung zufolge den Vorstandsvorsitz übernimmt, werden alle Optionen einer Fortführung der Unternehmensgruppe geprüft. Derzeit liefen die operativen Geschäfte weiter. Piepenburg hatte in den Jahren 2002 und 2003 als Vorstandsvorsitzender den Anlagenbauer Babcock Borsig in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung saniert. Ziems war zum gleichen Zeitpunkt als Geschäftsführer der insolventen Kirch Media-Gruppe für die Restrukturierung und den Verkauf der Medien-Gruppe, darunter der Senderfamilie ProSiebenSat.1, verantwortlich.

Verwaltungsrat wird verkleinert

Wie es weiter hieß, sollen Piepenburg und Ziems dem auf drei Personen verkleinerten Verwaltungsrat der Pin nach Luxemburgischen Recht angehören. Piepenburg übernehme dabei in Personalunion den Vorsitz des Verwaltungsrats. Die bisher in dem Gremium vertretenen Verlage würden ihre Sitze zur Verfügung stellen.

Piepenburg wird die Position von Günter Thiel einnehmen. Dieser hatte am Dienstagvormittag sein Übernahmeangebot für das Unternehmen zunächst zurückgezogen und war vom Vorstandsvorsitz der Pin zurückgetreten. Am Dienstagabend wurden die Verhandlungen zwischen Thiel und dem Haupteigentümer Axel Springer AG über eine Übernahme von Pin überraschend wieder aufgenommen, sie scheiterten dann jedoch am Mittwochmorgen.

9000 Mitarbeiter betroffen

Pin-Haupteigentümer ist der Springer Verlag. Dieser hatte nach einem Beschluss des Bundestags zur Einführung eines Mindestlohns für Briefzusteller angekündigt, kein weiteres Geld für Pin bereitzustellen. Die Pin Group beschäftigt etwa 9000 Menschen, Springer hält 63,7 Prozent der Anteile. Der Postzusteller zahlt nach eigenen Angaben im Durchschnitt der Regionen einen Stundenlohn von etwa 7,40 Euro. Nach dem Bundestagsbeschluss sollen von Jahresbeginn an Untergrenzen von 8,00 bis 9,80 Euro gelten. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Thiel verfügt über 10 Prozent der Anteile, weitere Eigner sind die Verlage Madsack, Georg von Holtzbrinck, WAZ sowie die als West Mail firmierenden Verlage DuMont Schauberg, Rheinische Post und Giradet.

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