Home
http://www.faz.net/-gqe-75d68
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Porsche SE Etappensieg gegen Hedgefonds bei Verfahren in Amerika

Die verlorene Übernahmeschlacht mit VW hat der Porsche Holding milliardenschwere Klagen eingebracht, Anleger fühlten sich getäuscht. An einer Front kann die Porsche SE nun einen kleinen Erfolg melden.

© dapd Vergrößern Porsche bekommt im Rechtsstreit mit Hedgefonds eine Verschnaufpause. Ein Berufungsgericht in New York sieht sich nicht zuständig und hat deshalb eine Klage abgewiesen.

Die Porsche Holding SE hat vor einem amerikanischen Gericht in einem Verfahren um Forderungen in Milliardenhöhe nach der Übernahmeschlacht mit VW einen Teilerfolg erzielt. Ein Berufungsgericht habe entschieden, dass New York nicht der richtige Gerichtsstand für die Beurteilung der Ansprüche der Hedgefonds sei, teilte die Porsche Holding SE am Donnerstagabend in Stuttgart mit. „Das ist ein Etappensieg für uns“, sagte ein Unternehmenssprecher. Er verwies aber auf ein weiteres Verfahren auf Bundesebene.

26 Fondsgesellschaften werfen dem Konzern Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung vor. Der New York State Supreme Court hatte einen Antrag auf Klageabweisung zunächst zurückgewiesen, dagegen war Porsche in Berufung gegangen und bekam nun Recht. Die Kläger können laut Porsche dagegen nun innerhalb von 30 Tagen Rechtsmittel einlegen.

Die Hedgefonds wollen in Amerika insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Dollar (heute 1,06 Milliarden Euro) von der Porsche-Holding. Die Fondsgesellschaften hatten vor dem New York State Supreme Court geklagt, nachdem das dortige Bundesgericht Ende 2010 eine Klage gegen die Porsche Holding abgewiesen hatte.

In einem separaten Verfahren wird in den Vereinigten Staaten zudem auf bundesstaatlicher Ebene ebenfalls über Zuständigkeitsfragen verhandelt. Die Porsche SE hatte dabei in erster Instanz gewonnen. Die Gegenseite hat Berufung eingelegt, eine Entscheidung erwartet Porsche in den kommenden Wochen.

Das Unternehmen kämpft infolge des 2009 zu Ende gegangenen Übernahmekampfs mit Volkswagen auch in Deutschland mit mehreren Klagen. Darüber hinaus ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen der gescheiterten Übernahme unter anderem gegen ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Die Behörde hatte kurz vor Weihnachten Anklage gegen den 60-Jährigen wegen Aktienkursmanipulation erhoben. Wiedeking weist die Vorwürfe zurück.

Mehr zum Thema

Der kleine Sportwagenbauer hatte ursprünglich den viel größeren VW-Konzern übernehmen wollen. Doch die Stuttgarter häuften einen massiven Schuldenberg an und scheiterten im Sommer 2009 mit ihren ehrgeizigen Plänen. Volkswagen drehte daraufhin den Spieß um.

Seit August gehört das in der Porsche AG gebündelte Sportwagengeschäft komplett zu Europas größtem Autokonzern. Damit setzen die Wolfsburger den Schlusspunkt unter eine lange Hängepartie um das Zusammengehen der einstigen Rivalen, das hohe Einsparungen ermöglichen soll.

Die Porsche SE ist eine Holding, die etwa die Anteile an VW und Dividendenansprüche verwaltet. Sie will aber bald strategische Zukäufe in der Autowelt angehen. Denkbar ist auch ein Einstieg ins Rohstoffgeschäft oder die Energiebranche. Das Klagerisiko infolge der Übernahmeschlacht blieb bei der Porsche Holding.

Quelle: LSW

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Insidergeschäfte Der Sheriff der Wall Street wird entwaffnet

Ein Berufungsgericht hebt die Verurteilung von zwei prominenten Hedgefonds-Managern wegen Insiderhandels auf. Das könnte weitreichende Auswirkungen auf die Kampagne des New Yorker Bundesstaatsanwalts Preet Bharara gegen die Wall Street haben. Mehr Von Norbert Kuls, New York

11.12.2014, 07:00 Uhr | Wirtschaft
Leon Russell: Life Journey

Hörprobe: New York State Of Mind Mehr

10.08.2014, 15:29 Uhr | Feuilleton
Nach dem CIA-Bericht Folter vor Gericht?

Amerika lässt seinen CIA-Ermittlern im Kampf gegen den Terrorismus weitgehend freie Hand. Das Völkerrecht hat dort einen schweren Stand. Auch der Fall Masri hatte einst keine Folgen in den Vereinigten Staaten. Mehr Von Reinhard Müller

10.12.2014, 17:03 Uhr | Politik
New York 15.000 Lichter am Empire State Building

Damit ist ganz New York weihnachtlich: 15.000 LED-Lichter schmücken das Empire State Building in New York noch bis Dienstag. Mehr

22.12.2014, 09:03 Uhr | Technik-Motor
Andreas Tilp Der Fachmann für Massenklagen

Porsche, HRE und die Deutsche Telekom: Der schwäbische Rechtsanwalt Tilp hat sie alle verklagt. Vor allem zieht er gegen Banken zu Felde – im Interesse der Kunden. Mehr Von Joachim Jahn

13.12.2014, 10:41 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 27.12.2012, 20:27 Uhr

Gabriels falsches Signal

Von Heike Göbel

Sigmar Gabriel hat weiteren Sanktionen gegen Russland eine Absage erteilt. Das ist das falsche Signal. Mehr 2 13


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden