http://www.faz.net/-gqe-75d68
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 27.12.2012, 20:27 Uhr

Porsche SE Etappensieg gegen Hedgefonds bei Verfahren in Amerika

Die verlorene Übernahmeschlacht mit VW hat der Porsche Holding milliardenschwere Klagen eingebracht, Anleger fühlten sich getäuscht. An einer Front kann die Porsche SE nun einen kleinen Erfolg melden.

© dapd Porsche bekommt im Rechtsstreit mit Hedgefonds eine Verschnaufpause. Ein Berufungsgericht in New York sieht sich nicht zuständig und hat deshalb eine Klage abgewiesen.

Die Porsche Holding SE hat vor einem amerikanischen Gericht in einem Verfahren um Forderungen in Milliardenhöhe nach der Übernahmeschlacht mit VW einen Teilerfolg erzielt. Ein Berufungsgericht habe entschieden, dass New York nicht der richtige Gerichtsstand für die Beurteilung der Ansprüche der Hedgefonds sei, teilte die Porsche Holding SE am Donnerstagabend in Stuttgart mit. „Das ist ein Etappensieg für uns“, sagte ein Unternehmenssprecher. Er verwies aber auf ein weiteres Verfahren auf Bundesebene.

26 Fondsgesellschaften werfen dem Konzern Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung vor. Der New York State Supreme Court hatte einen Antrag auf Klageabweisung zunächst zurückgewiesen, dagegen war Porsche in Berufung gegangen und bekam nun Recht. Die Kläger können laut Porsche dagegen nun innerhalb von 30 Tagen Rechtsmittel einlegen.

Die Hedgefonds wollen in Amerika insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Dollar (heute 1,06 Milliarden Euro) von der Porsche-Holding. Die Fondsgesellschaften hatten vor dem New York State Supreme Court geklagt, nachdem das dortige Bundesgericht Ende 2010 eine Klage gegen die Porsche Holding abgewiesen hatte.

In einem separaten Verfahren wird in den Vereinigten Staaten zudem auf bundesstaatlicher Ebene ebenfalls über Zuständigkeitsfragen verhandelt. Die Porsche SE hatte dabei in erster Instanz gewonnen. Die Gegenseite hat Berufung eingelegt, eine Entscheidung erwartet Porsche in den kommenden Wochen.

Das Unternehmen kämpft infolge des 2009 zu Ende gegangenen Übernahmekampfs mit Volkswagen auch in Deutschland mit mehreren Klagen. Darüber hinaus ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen der gescheiterten Übernahme unter anderem gegen ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Die Behörde hatte kurz vor Weihnachten Anklage gegen den 60-Jährigen wegen Aktienkursmanipulation erhoben. Wiedeking weist die Vorwürfe zurück.

Mehr zum Thema

Der kleine Sportwagenbauer hatte ursprünglich den viel größeren VW-Konzern übernehmen wollen. Doch die Stuttgarter häuften einen massiven Schuldenberg an und scheiterten im Sommer 2009 mit ihren ehrgeizigen Plänen. Volkswagen drehte daraufhin den Spieß um.

Seit August gehört das in der Porsche AG gebündelte Sportwagengeschäft komplett zu Europas größtem Autokonzern. Damit setzen die Wolfsburger den Schlusspunkt unter eine lange Hängepartie um das Zusammengehen der einstigen Rivalen, das hohe Einsparungen ermöglichen soll.

Die Porsche SE ist eine Holding, die etwa die Anteile an VW und Dividendenansprüche verwaltet. Sie will aber bald strategische Zukäufe in der Autowelt angehen. Denkbar ist auch ein Einstieg ins Rohstoffgeschäft oder die Energiebranche. Das Klagerisiko infolge der Übernahmeschlacht blieb bei der Porsche Holding.

Quelle: LSW

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Abgasskandal Volkswagen vor Einigung mit amerikanischen Behörden

Volkswagen macht auf dem Weg zu einem Vergleich im Dieselgate-Verfahren in Amerika weiter Fortschritte. Angeblich muss VW für die Strafen und Entschädigungen keine weiteren Rückstellungen vornehmen. Mehr

24.05.2016, 19:03 Uhr | Wirtschaft
Milliardenkosten Leere Containerfahrten auf den Weltmärkten

Mehrere Millionen Container fahren leer über die Weltmeere. Sie verstopfen dann auch die Häfen. Das verursacht Kosten un Milliardenhöhe. Hamburg steuert jetzt mit einem neuen System dagegen. Mehr

13.05.2016, 02:00 Uhr | Wirtschaft
Weitere Nachrichten VW erwägt milliardenschweren Bau einer eigenen Batteriefabrik

Zum Ausbau der Elektromobilität denkt Volkswagen über den milliardenschweren Bau einer eigenen Batteriefabrik nach, Philips streicht mit dem Börsengang der Lichtsparte 750 Millionen Euro ein und Google wehrt eine Urheberrechtsklage von Oracle zu Android ab. Mehr

27.05.2016, 06:45 Uhr | Wirtschaft
Brasilien Weg für Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff frei

Nach dem brasilianischen Abgeordnetenhaus hat auch der Senat als zweite Parlamentskammer den Weg frei gemacht für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Nach dem stundenlangen Sitzungsmarathon votierten am Donnerstag in der Hauptstadt Brasilia 55 Senatoren für ein Verfahren gegen die linke Politikerin und 22 stimmten dagegen. Mehr

12.05.2016, 14:24 Uhr | Politik
Elektromobilität Volkswagen plant offenbar gigantische Batteriefabrik

Unabhängiger von Asien und in Richtung Zukunft: Europas größter Autobauer erwägt eine eigene Batteriefabrik und könnte dafür angeblich bis zu zehn Milliarden Euro ausgeben. Mehr Von Carsten Germis, Hamburg

27.05.2016, 09:59 Uhr | Wirtschaft

Die ungeliebte dritte Kraft

Von Sven Astheimer

Das neue Gesetz zur Zeitarbeit ist kein mutiger Meilenstein. Andrea Nahles bedient vor allem eine bestimmte Klientel. Handlungsfähigkeit demonstriert man anders. Mehr 11 32


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaftsblog „Fazit“ Warum Umverteilung dem Wachstum doch schadet

Ungleichheit schadet dem Wachstum, Umverteilung ist nützlich: So ist es in den Schlagzeilen der vergangenen Monate zu lesen. Vielleicht ist das ein Fehlschluss. Mehr Von Patrick Bernau 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden