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Porsche-Piech Verschwiegen und erfolgreich

26.09.2005 ·  Die Autodynastie Porsche-Piech ist in etwa gleichgroßen Unternehmen geschäftlich voneinander unabhängig, aber ihre Mitglieder gehören über die Familienbande in einer eigenwilligen Konstruktion doch zusammen.

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Das Urteil fiel vernichtend aus: Häßlich, bizarr, zu laut. So lästerten britische Automobilexperten im Herbst 1946 über den ersten Volkswagen. Interesse an einer Übernahme der Wolfsburger Fabrik hatten sie nicht. Der Weg war frei für die Erben des "Käfer"-Erfinders Ferdinand Porsche, der einst von Adolf Hitler den Auftrag zum Bau des Massenautos erhalten hatte. Nach dem zweiten Weltkrieg sicherte eine Lizenzgebühr von fünf Mark an jedem produzierten VW Käfer die Existenzgrundlage der Porsche-Kinder Ferry und Louise. Der Grundstein war gelegt für eine ebenso erfolgreiche wie verschwiegene Autodynastie.

Auf dem Käfer-Erbe seines Vaters baute Ferry Porsche in Stuttgart den Sportwagenhersteller Dr.-Ing. h.c.F. Porsche AG auf. Seine fünf Jahre ältere Schwester Louise heiratete Anton Piech, der in den vierziger Jahren Mitgeschäftsführer des VW-Werkes war. 1951 gründete die Mutter des heutigen VW-Aufsichtratsvorsitzenden Ferdinand Piech in Salzburg das Handelshaus Porsche Holding. Der eine baute hinreißend schöne Sportwagen von inzwischen legendärem Ruf, die andere handelte mit Autos und aus jenem österreichischen Autohandel ist ein Importeur geworden, der vor allem in Ungarn, der Slowakei und Slowenien kräftig wächst. Zusammengerechnet bringt es das Porsche-Reich auf 13 Milliarden Euro Umsatz und rund 25.000 Mitarbeiter.

Wechselseitig an den Geschäften des anderen beteiligt

Obwohl beide in etwa gleichgroßen Unternehmen geschäftlich voneinander unabhängig sind, gehören sie über die Familienbande in einer eigenwilligen Konstruktion doch zusammen. Über der Porsche AG und der Porsche Holding wachen die zwei rivalisierenden Familienstämme Porsche und Piech, wechselseitig sind sie an den Geschäften des anderen beteiligt, abgesichert durch juristisch wasserdichte Verträge. Die Familien Porsche und Piech kontrollieren hundert Prozent der Stammaktien des börsennotierten Autobauers sowie sämtliche Gesellschaftsanteile an der Porsche Holding GmBH in Salzburg.

Die beiden auf Ferry und Louise zurückreichenden Clans sind mittlerweile auf mehr als 60 Mitglieder gewachsen. Viele von ihnen sitzen in den wichtigsten Aufsichtsgremien und Gesellschafterausschüssen. Im Aufsichtsrat des Sportwagenherstellers in Zuffenhausen sitzen zum Beispiel für die Piech-Familie VW-Aufseher Ferdinand und sein Bruder Hans-Michael. Umgekehrt gehören in Salzburg Wolfgang und Hans-Peter Porsche dem Aufsichtsgremium des dortigen Handelskonzerns an.

Ferry und Louise hatten ihre jeweils vier Kinder systematisch auf die Übernahme der Verantwortung vorbereitet und lifteten sie zielstrebig in Führungspositionen. Wer zur Porsche-Familie zählte oder mit ihr verwandt war, durfte ins obere Porsche-Management aufsteigen. Als Fremdling gute Karten hatte auch, wer wie Ferry Porsche in Österreich geboren war. Ferry Porsche, der in der Öffentlichkeit so schüchtern und sanft auftretende kleine Mann, war es, der seinen Traum von der Fortsetzung der Dynastie noch zu Lebzeiten realisieren wollte.

In diesem Wunsch kommt ihm heute sein Neffe Ferdinand Piech am nächsten. Der machte nicht nur schon in jungen Jahren als Abgesandter seiner Mutter schnell Karriere in dem Konzern seines Onkels, sondern rückte über die Zwischenstation Audi an die Spitze des VW-Konzerns, zu dem er jetzt als Porsche-Aktionär auch gesellschaftsrechtliche Bande knüpft. Und für die Fortsetzung der Porsche-Piech-Dynastie hat Ferdinand Piech ebenfalls ganze Arbeit geleistet: Nicht weniger als dreizehn Kinder hat er gezeugt. Zu dieser großen Schar sagte Piech einmal selbst, damit sei die Chance größer, daß einer dabei sei, der sein Erbe antreten könnte.

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