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Pleitewelle in der Solarbranche : Auch Q-Cells geht in die Insolvenz

  • Aktualisiert am

Die Solarfirma Q-Cells sieht für sich keine Alternative zum Insolvenzantrag Bild: dpa

Die Pleitewelle in der Solarbranche geht weiter: Nach Solar Millennium, Solon und zuletzt Solarhybrid steht nun auch der einst als Dax-Kandidat Q-Cells vor dem Konkurs.

          Der einstige Dax-Kandidat Q-Cells sieht für sich keine Alternative zur Insolvenz. Das Solar-Unternehmen aus dem ostdeutschen Bitterfeld-Wolfen hat am Montag angekündigt, am Dienstag beim zuständigen Amtsgericht Dessau einen entsprechenden Antrag zu stellen.

          „Nach intensiver Prüfung von alternativen Konzepten zur Umsetzung der Finanzrestrukturierung ist das Management zu der Einschätzung gelangt, dass die Fortführungsprognose für das Unternehmen nicht mit hinreichender rechtlicher Sicherheit wiederhergestellt werden kann.“ Daher sei die Stellung eines Insolvenzantrags rechtlich geboten. Das Unternehmen will sich nach eigenen Angaben unter Gläubigerschutz in Eigenregie sanieren. Das 1999 gegründete Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 2.200 Mitarbeiter, davon 500 in Malaysia.

          Die Aktie wurde nach der Mitteilung vom Handel ausgesetzt. Der Kurs war am Vormittag um über 35 Prozent eingebrochen auf knapp 14 Euro-Cent je Aktie. Das war der tiefste Wert seit der Börseneinführung am 6. Oktober 2005. Zuletzt notierte die Aktie bei rund 17 Euro-Cent 18,4 Prozent schwächer.

          Überkapazitäten und Preisverfall

          Den jüngsten Zahlen zufolge war Q-Cells im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust war fast so hoch wie der gesamte Umsatz. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 846 Millionen Euro. Als Konsequenz aus dem Werteverfall an der Börse - Q-Cells ist dort nur noch rund 50 Millionen Euro wert - muss das Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten am 19. März den Tec-Dax verlassen. Vor wenigen Jahren noch war Q-Cells als ostdeutsches Vorzeigeunternehmen als Kandidat für den Dax gehandelt worden.

          Q-Cells hatte am Freitag seinen Sanierungsplan aufgegeben. Entmutigt von einem Gerichtsurteil im Fall des mittlerweile insolventen Holzverarbeiters Pfleiderer, begrub der Konzern das Vorhaben, dass Gläubiger seiner Anleihen dem Unternehmen einen Zahlungsauschub gewähren sollen.

          Q-Cells leidet wie viele deutsche Solarfirmen unter Überkapazitäten am Markt, einem drastischen Preisverfall sowie einer aggressiven Konkurrenz aus China. Auch einstige Konkurrenten wie Solarhybrid, Solar Millenium und Solon meldeten in den vergangenen Monaten Insolvenz an.

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