Nach Karstadt-Quelle mischt jetzt auch das Handelsunternehmen dm im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten mit. Die Drogeriekette gab am Mittwoch eine Kooperation mit der niederländischen Internet-Apotheke Europa Apotheek Venlo bekannt.
Ähnlich wie bei der Filmentwicklung könnten Patienten in zunächst acht Filialen Nordrhein-Westfalens ihr Rezept abgeben und wie die entwickelten Schnappschüsse von Omas Geburtstag nach drei Tagen die Medikamente abholen. Nach einem dreimonatigen Test werde über einen bundesweiten Service in den 660 Filialen entschieden.
Nur abholen, kein Bar-Verkauf, Beratung per Telefon
Seit Beginn dieses Jahres ist der Versandhandel mit PharmazeutikaMedikamenten in Deutschland erlaubt, für den persönlichen Verkauf haben die herkömmlichen Apotheken jedoch weiterhin das Monopol. Daher könnten die Arzneimittel in den dm-Märkten weder an der Kasse bezahlt werden, noch dürften die Drogerie-Mitarbeiter Auskünfte erteilen. In den Filialen sei ein Service-Telefon vorhanden, mit dem Patienten kostenlos die Kundenberater der Europa Apotheek anrufen könnten, betonte dm. Die Bezahlung erfolge per Überweisung oder Bankeinzug.
Preisbindung rezeptpflichtiger Arzneimittel greift nicht
Durch die Kooperation Internet-Apotheke und Drogeriekette könnten Patienten in Deutschland erstmals mit ihren Rezept in ein Geschäft gehen, das keine Apotheke ist. Für den Verkauf zeichne sich allein die Versand-Apotheke verantwortlich, sagte die dm-Geschäftsführerin Petra Schäfer. Die dm-Märkte seien nur Annahme- und Ausgabestelle. Die Kooperationspartner werben mit günstigen Preisen: Da die Europa Apotheek eine ausländische Apotheke sei, greife bei ihr nicht die Preisbindung rezeptpflichtiger Pharmazeutika in Deutschland, hieß es.
dm ist die zweitgrößte Drogeriekette Deutschlands nach Schlecker. Die Europa Apotheek Venlo ist nach eigenen Angaben die zweitgrößte auf dem deutschen Markt tätige Internet-Apotheke nach DocMorris.
