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Pferdefleisch-Skandal Französische Firma hat vorsätzlich getäuscht

 ·  Nach einer offiziellen Untersuchung gibt die französische Regierung dem südfranzösischen einem Nahrungsmittel-Hersteller Spanghero die Hauptschuld an dem Pferdefleisch-Skandal. Dem Unternehmen wird jetzt die Zulassung entzogen.

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© AP Vergrößern Spanghero-Werk in Castelnaudary

Die französische Untersuchung des Pferdefleisch-Skandals hat einen Hauptverantwortlichen identifiziert: Das südfranzösische Unternehmen Spanghero. Nach einer Ermittlung der französischen Behörde für Wettbewerb, Konsum und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) hat der französische Verbraucherminister Benoît Hamon dem französischen Nahrungsmittelunternehmen Spanghero Betrug vorgeworfen. Das Unternehmen aus dem südfranzösischen Castelnaudary nahe Carcassonne habe Pferdefleisch erhalten, das als solches gekennzeichnet war, teilte der Minister auf einer Pressekonferenz am Donnerstagabend in Paris mit.  Das Pferdefleisch kam aus niederländischen Lagerhäusern und stammte von rumänischen Schlachthöfen. Von Spanghero aus wurde das Pferdefleisch mit einer Rindfleisch-Kennzeichnung ausgestattet und weitergeleitet, sagte der Minister.

Das Fleisch ging an den französischen Tiefkühlkosthersteller Comigel, der in Luxemburg daraus Fertiggerichte wie Lasagne oder Moussaka herstellte. Hamon sagte, Spanghero hätte das aus den Niederlanden eingetroffene Fleisch an den Etiketten als Pferdefleisch identifizieren können. Zudem hätte Spanghero am niedrigeren Preis erkennen müssen, dass es sich nicht um Rindfleisch habe handeln können.

Spanghero: Die Behörden täuschen sich

Ein Sprecher des beschuldigten Unternehmens wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück. Die Lieferungen seien nicht als Pferdefleisch ausgezeichnet gewesen. Die französischen Behörden täuschten sich mit dieser Behauptung.

Minister Hamon machte indes auch dem Tiefkühlkosthersteller Comigel Vorwürfe. Die Auszeichnung der von Spanghero gelieferten Ware als Rindfleisch sei nicht korrekt gewesen, weil sie nur eine „Herkunftsbezeichnung Europa“ enthielt. Dabei hätte ein einzelnes Herkunftsland ausgewiesen sein müssen. Außerdem hätte sich das Unternehmen „beim Auftauen Fragen hinsichtlich der Farbe und des Geruchs des Pferdefleisch stellen müssen“, sagte Hamon. In  beidem unterscheide sich Pferde- von Rindfleisch.

Im Höchstfall drohen 2 Jahre Gefängnis

Die französischen Behörden haben ihre Ermittlungsergebnisse nun an die Staatsanwaltschaft in Paris weitergegeben. Im Höchstfall können 2 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 37.500 Euro verhängt werden, sagte Hamon. Er behauptete, dass Spanghero durch das Einschmuggeln von Pferdefleisch einen Gewinn von 550.000 Euro erzielt habe. Das Pferdefleisch sei nach seinen Erkenntnissen an mindestens 28 Unternehmen in 13 europäischen Ländern geleitet worden.

Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll kündigte an, dass Spanghero nun die Lizenz zur Fleischverarbeitung entzogen werde. Er betonte aber, dass aus den Täuschungsmanövern keine Gesundheitsrisiken entstanden seien.

Das Unternehmen Spanghero ist einst von zwei Brüdern eines berühmten französischen Rugby-Spielers gegründet worden. Im Jahr 2008 erlitt die Gesellschaft jedoch bei einem Umsatz von 95 Millionen Euro einen Verlust von 3 Millionen Euro und wurde an Lur Berri verkauft, eine landwirtschaftliche Genossenschaft aus dem Baskenland. Die Genossenschaft, zu der 5000 Landwirte gehören, schoss 2009 5,1 Millionen Euro ins Kapital ein und übernahm zu 95 Prozent die Kontrolle von Spanghero. Die Geschäftstätigkeit wurde bald ausgeweitet und besteht heute aus drei Segmenten: Schlachten und Zerlegen, Frischprodukte sowie verarbeitete Speisen, wozu etwa Lasagne-Gerichte mit dem berüchtigten Pferdefleisch gehörten. Diese Expansion lohnte sich. Die Gruppe Lur Berri steigerte ihren Umsatz von 435 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2008-2009 auf 1,1 Milliarde Euro im Jahr 2011-2012. Dazu trug auch bei, dass sich Lur Berri etwa mit 62 Prozent am Stopfleber-Hersteller Labeyrie beteiligte. Spanghero erzielte 2011-2012 einen Umsatz von 52 Millionen Euro, 7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Im Juni 2011 hatte Spanghero bereits einmal auf eigene Initiative Hackfleisch aus dem Verkehr gezogen, weil Coli-Bakterien vermutet wurden. Das erwies sich jedoch als falscher Alarm.

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