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Pestizid-Verbot Kommission will Bienen schützen

 ·  Schutz für die Bienen: Die EU-Kommission fordert die Mitgliedsstaaten auf, zunächst für zwei Jahre den Einsatz weit verbreiteter Pestizide bei Sonnenblumen, Raps, Mais und Baumwolle zu verbieten.

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© dpa Vergrößern Eine Biene sammelt auf einer Kamillenblüte Pollen.

Drei für Bienen schädliche Pflanzenschutzmittel sollen in der EU künftig großflächig verboten sein. Das hat die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel vorgeschlagen. Das Verbot der drei sogenannten Neonicotinoide gilt zunächst zwei Jahre für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle. Mit den Chemikalien vorbehandelte Samen dieser Pflanzen dürfen dann weder verkauft noch ausgesät werden. Für Wintergetreide und Pflanzen, die keine Bienen anziehen, sollen die Pestizide indessen weiter erlaubt blieben. In Kraft treten soll das Verbot nach dem Kommissionsvorschlag am 1. Juli. Die anstehende Maisaussaat wäre deshalb nicht davon betroffen.

Die Europäische Kommission reagiert mit dem Vorschlag auf einen Bericht der europäischen Nahrungsmittelagentur Efsa. Diese hatte die Pflanzenschutzmittel Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam vor kurzem als eine potentielle Ursache des seit langem beobachteten Bienensterbens auf der Welt bezeichnet. Die Pestizide werden etwa genutzt, um Saatmittel zu beizen. Mais wird so vor dem Maiswurzelbohrer geschützt. Sie schädigen aber offenbar den Orientierungssinn der Bienen. Die Insekten sind für die Bestäubung von Pflanzen unerlässlich. Mehr als 80 Prozent aller angebauten Pflanzen werden von Insekten bestäubt.

Der zuständige EU-Kommissar Tonio Borg lehnt ein - etwa von Greenpeace gefordertes - vollständiges Verbot der Pflanzenschutzmittel dennoch ab. Die Hersteller der Pestizide warnen vor einem deutlichen Rückgang der Ernte, wenn die drei Pestizide verboten werden. Die EU-Staaten müssen das Verbot nun noch formal absegnen. Das soll bis März geschehen. In Deutschland ist die Nutzung von Neonicotinoide schon seit 2008 beschränkt. Die deutsche Regierung hatte die Nutzung beim Anbau von Mais nach einem Bienensterben verboten und für den Anbau von Raps und Zuckerrüben eingeschränkt.

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