Home
http://www.faz.net/-gqe-75d4l
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Patentstreit um Halbleiter Chipkonzern soll Milliarden- Schadensersatz an Universität zahlen

 ·  Im Patentkonflikt der IT-Branche stehen meist Schwergewichte wie Apple oder Samsung im Rampenlicht. Doch jetzt bringt ein bisher kaum beachteter Streit zwischen einem Spezialchip-Hersteller und einer amerikanischen Uni ebenfalls einen Milliarden-Schadensersatz.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

In den Vereinigten Staaten hat ein weiterer Patentstreit zu einem Schadensersatzurteil in Milliarden-Dollar-Höhe geführt: Ein Geschworenengericht in Pittsburgh verurteilte den amerikanischen Halbleiterhersteller Marvell, wegen Verletzung von Patenten knapp 1,2 Milliarden Dollar an die Carnegie Mellon University zu zahlen. Das Urteil übertrifft die Summe in dem Patentprozess, den sich die Elektronikkonzerne Apple und Samsung in diesem Jahr in Kalifornien geliefert haben. Hier wurden Apple im August 1,05 Milliarden Dollar Schadenersatz zugesprochen. Allerdings ist in beiden Fällen das letzte Wort noch nicht gesprochen: Samsung will die zuständige
Richterin dazu bringen, das Urteil der Geschworenen zu revidieren. Auch Marvell kündigte Widerstand an: Das Unternehmen will eine Aufhebung des Urteils beantragen und notfalls ein Berufungsverfahren anstrengen. Es wäre allerdings auch denkbar, dass auf Marvell noch Schlimmeres zukommt: Weil die Geschworenen entschieden, dass Marvell mit Vorsatz Patente verletzt hat, könnte die Richterin die Summe verdreifachen.

Der verhängte Schadenersatz wäre für Marvell eine immense finanzielle Belastung und würde fast dem Doppelten des Nettogewinns aus dem vergangenen Jahr entsprechen. Marvell hat für 2011 einen Umsatz von 3,4 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 615 Millionen Dollar ausgewiesen. Die Aussicht auf einen hohen Schadenersatz hat den Aktienkurs des Unternehmens abstürzen lassen: Nach der Verkündung des Urteils rutschte der Kurs am Mittwoch im späten Handel um mehr als 10 Prozent ab, am Donnerstag fiel er im Verlauf um weitere 3 Prozent auf 7,15 Dollar.

Bei dem Rechtsstreit ging es um zwei Patente für Technologien zum Abrufen von Daten auf Festplatten. Die Technologien wurden nach Angaben der Universität von einem ihrer Professoren und seinem Doktoranden entwickelt und patentiert. Die Anwälte von Carnegie Mellon beschuldigten Marvell, Milliarden von Chips auf Basis der Technologien verkauft zu haben, ohne über notwendige Lizenzen zu verfügen. Marvell wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, die Patente seien ungültig.

  Weitersagen Kommentieren (12) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Software-Design Vertrauter von Steve Jobs wird Kreativkopf bei Apple

Er hat das Wischen zum Entsperren des iPhones erfunden: Apple-Designer Greg Christie. Jetzt verlässt er Apple. Jonathan Ive, mit dem Christie gelegentlich Streit hatte, wird neuer starke Mann beim Software-Design. Mehr

10.04.2014, 10:32 Uhr | Wirtschaft
Aktiensplit Apple gibt Investoren nach und schüttet mehr Geld aus

Apple kauft Aktien im Wert von 30 Milliarden Dollar zurück und splittet die Aktie im Verhältnis eins zu sieben. An den Märkten dürften die Maßnahmen gut ankommen. Mehr

24.04.2014, 10:02 Uhr | Finanzen
Smartphone-Geschäft Apples iPhone ist nicht zu bremsen

Apple überrascht mit erstaunlich vielen verkauften iPhones. Sie haben dem kalifornischen Konzern abermals mehr Umsatz und Gewinn beschert - was zuvor keinesfalls sicher war. Mehr

23.04.2014, 22:51 Uhr | Wirtschaft

27.12.2012, 17:46 Uhr

Weitersagen

Feuersturm in der Textilbranche

Von Stephan Finsterbusch

Ein Jahr nach dem verheerenden Kollaps der Rana-Plaza-Fabrik in Bangladesch haben Großunternehmen erste Verbesserungen erwirkt. Die Kassen des Opferfonds sind jedoch weiterhin halb leer. Mehr 3 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

IAB-Studie Weniger Langzeitarbeitslose in Deutschland

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist die Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland zurückgegangen. Eine Schwachstelle bleibt die Situation der Geringqualifizierten. Mehr 3 2