Home
http://www.faz.net/-gqe-s0ck
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Patente Siemens ist Ideen-Spitzenreiter

13.03.2006 ·  Bei Siemens wird nach wie vor am meisten getüftelt: 2005 meldete der Elektronikkonzern in Deutschland 2.398 Patente an. Auf den Plätzen folgen Bosch und Daimler-Chrysler. In Amerika belegt Siemens den zehnten Platz.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Siemens bleibt die größte Ideenschmiede in Deutschland. Auch im vergangenen Jahr hat der Münchner Elektro- und Elektronikkonzern in Deutschland die meisten Patente angemeldet. In der Statistik des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) für 2005 liegt Siemens mit 2.398 Neueintragungen vor dem Stuttgarter Autozulieferer Bosch und dem Autokonzern Daimler-Chrysler.

Im Jahr zuvor standen für Siemens noch 3.900 Anmeldungen. Der Fleiß der 47.000 Forscher und Entwickler des Konzerns hat aber nicht nachgelassen. Das DPMA habe seine Zählweise verändert, erklärt Winfried Büttner, Leiter der Patentabteilung von Siemens, die Differenz. Inzwischen werden die beim Europäischen Patentamt angemeldeten Erfindungen, die an die deutsche Behörde weitergeleitet werden, nicht mehr mitgezählt.

53.000 Entwicklungen sind mit einem Patent geschützt

International haben die Mitarbeiter von Siemens im vergangenen Jahr 8.800 Erfindungsmeldungen eingereicht, 7 Prozent mehr als 2004. Rund zwei Drittel davon - 5.700 nach 4.900 im Vorjahr - wurden als Patent angemeldet. In Europa belegte Siemens 2004 - Zahlen für 2005 gibt es noch nicht - hinter Philips den zweiten Platz. Allerdings wendet sich der niederländische Konzern in erster Linie an das Europäische Patentamt, Siemens dagegen an das Deutsche, wie Büttner erläutert.

Besonders stolz ist er auf den zehnten Platz des Unternehmens in den Vereinigten Staaten. "Das ist eine sehr gute Sache, da unsere Position beweist, daß wir auch dort viel in Forschung und Entwicklung investieren." IBM liegt in Amerika an erster Stelle vor Hitachi und Matsushita aus Japan, der große Siemens-Konkurrent General Electric findet sich erst auf Platz zwölf. Ingesamt hat der Münchner Konzern sein Wissen mit inzwischen mehr als 53.000 Patenten geschützt, rund drei Viertel mit Ursprung in Deutschland.

Infineon hat die pfiffigsten Mitarbeiter

Skeptiker geben zu bedenken, die Zahl der Erfindungen sei wie die Investition in Forschung und Entwicklung (F&E) kein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Mit den Forschungsinvestitionen von 5,2 Milliarden Euro lag Siemens im vergangenen Jahr jedoch an der Spitze aller Elektronikunternehmen der Welt. General Electric hat sich diesen Posten nach einer Liste der Münchner nur 2,1 Milliarden Euro kosten lassen. Im Verhältnis zum Umsatz geben aber einige andere mehr für F&E aus: Nokia erzielt eine Quote von 11,4 Prozent, Philips 8,2, Bosch 7,25, Siemens selbst 6,9. Philips steckt noch einen beträchtlichen Teil in die Halbleitersparte, will dieses Geschäft aber ausgliedern. Siemens ist dies mit Infineon 1999 gelungen.

Infineon hat trotz der enttäuschenden Geschäftsentwicklung und der Skandale offenbar die pfiffigsten Mitarbeiter in Deutschland. Wenn es um Ideen für eine Verbesserung und mehr Effizienz der alltäglichen Arbeit geht, liegt der Münchner Halbleiterkonzern in der Rangliste des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft ganz vorn. Das Institut setzt die Zahl der Vorschläge je tausend Beschäftigte ins Verhältnis zu den damit erzielten Kostensenkungen. 2003 hatte Infineon erstmals in der Kategorie der großen Unternehmen die ehemalige Muttergesellschaft Siemens überholt. Die Bilanz von Infineon im vergangenen Geschäftsjahr: 11.500 Mitarbeiter haben sich am betrieblichen Vorschlagswesen beteiligt und für Einsparungen von insgesamt 160 Millionen Euro gesorgt.

Quelle: him., F.A.Z., 13.03.2006, Nr. 61 / Seite 15
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 8 7

29.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2465 −0,19%
Rohöl Brent Crude 106,30 $ −0,51%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.