http://www.faz.net/-gqe-92pl8

Von 2020 an : Fahrverbote für Benziner und Diesel

  • Aktualisiert am

Wer kein E-Auto hat, muss in Oxford bald Fahrrad fahren. Bild: Reuters

Benziner und Diesel dürfen nicht mehr in die Innenstadt – Paris und Oxford beginnen mit den Vorbereitungen. In zwei Jahren geht’s los.

          Die britische Universitätsstadt Oxford beginnt mit den Planungen für ein Fahrverbot in der Innenstadt. Von 2020 an dürften Benziner und Dieselautos nicht mehr in die Innenstadt fahren, heißt es in einem Plan der Stadtverwaltung, über den laut der britischen Zeitung „Telegraph“ ab dem kommenden Montag sechs Wochen lang beraten wird.

          Weil Dieselautos relativ viele Stickoxide ausstoßen und Benziner relativ viel Kohlendioxid, sind sie bei Umweltschützern unbeliebt. In Deutschland fordern die Grünen eine Pflicht zum Elektroauto. Fahrverbote für Diesel-Autos könnten schon früher kommen, wenn Gerichte das für sinnvoll halten, um die Stickoxid-Grenzen in Innenstädten einzuhalten. Großbritannien will ab 2040 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zulassen. China – größter Luftverschmutzer der Welt nach den Vereinigten Staaten und der größte Automarkt der Welt – will sich ebenfalls von Benzin- und Dieselautos verabschieden, nennt aber dafür noch keinen Zeitpunkt.

          Im Jahr 2020 will Oxford mit sechs zentralen Straßen anfangen, in den Jahren 2025 und 2030 würde die Fahrverbotszone erweitert, so dass sie 2030 die ganze Innenstadt umfasst. Allein bei Bus-, Taxi- und Transportunternehmen sowie der öffentlichen Hand sollen Kosten von rund 14 Millionen Pfund (mehr als 15 Millionen Euro) anfallen.

          Paris plant auch Fahrverbote

          Paris hat ähnliche Pläne. Auch in der französischen Hauptstadt sollen von 2030 an nur noch Elektroautos auf den Straßen rollen. Bis dahin sollten Diesel- und Benzinautos aus der französischen Hauptstadt verbannt werden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Zwar habe die Regierung schon vor, in ganz Frankreich ab dem Jahr 2040 Verbrennungsmotoren zu verbieten. Metropolen wie Paris bräuchten dafür aber Vorlauf, sagte der im Bürgermeisteramt für Transport zuständige Beamte, Christophe Najdovski. Transport sei der Hauptverursacher von Treibhausgasen, und diese müssten zum Schutz der Umwelt eingedämmt werden.

          Paris verfolgt Pläne, nach den Olympischen Sommerspielen 2024 keine Dieselautos mehr zuzulassen. Die Metropole hat schon autofreie Zonen und autofreie Tage eingerichtet. Zudem werden Fahrer bestraft, die mit mehr als 20 Jahre alten Autos nach Paris hereinfahren. Die Stadt wurde deshalb vielfach kritisiert. Viele Bewohner der Hauptstadt besitzen kein Auto und verlassen sich auf das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz. In jüngster Zeit nutzen sie auch verstärkt Angebote für Mieträder, Roller und schadstoffärmere Hybrid-Fahrzeuge zur kurzen Nutzung.

          Quelle: bern. / AFP

          Weitere Themen

          Der zweideutige „Domestikator“ Video-Seite öffnen

          Skulptur in Paris : Der zweideutige „Domestikator“

          Die Skulptur des Künstlers Joep van Lieshout zeigt, wie der Mensch begann, Tiere als Nutzvieh zu halten. Der Pariser Louvre fand das Kunstwerk zu anstößig. Nun regt der „Domestikator“ vor dem Centre Pompidou zu Diskussionen an.

          Topmeldungen

          Jamaika-Sondierung : Zwölf Themen, sie zu binden

          Jetzt wird es ernst: Am Nachmittag beginnen die Jamaika-Sondierungen in großer Runde, mit allen Parteien. Die zentralen Punkte für eine Einigung sind identifiziert – von den Bäumen runter sind die Unterhändler deshalb aber noch lange nicht.
          Auf den Zahn gefühlt: Fast alle Parteien leiden unter Phantomschmerzen

          Fraktur : Nervtötende Sondierung

          Die geplante Mesalliance aus Union, FDP und Grünen ist doch im Grunde ein einziger wunder Punkt.
          Ludwig Erhard (1897 bis 1977) sah in der Sozialen Marktwirtschaft nie ein in Stein gemeißeltes Dogma.

          Koalitionsverhandlungen : Mehr Ludwig Erhard wagen

          Schon zehn Jahre nach Einführung der Sozialen Marktwirtschaft forderte der legendäre Wirtschaftsminister Ludwig Erhard eine Weiterentwicklung. Geklappt hat das bis heute nicht. Ein Auftrag für die nächste Regierung!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.