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Panama Papers im Überblick : Lionel Messi, David Cameron und die Commerzbank

  • Aktualisiert am

Lionel Messi Bild: AP

Wer taucht in den Enthüllungen über Briefkastenfirmen auf? Ein Überblick über die wichtigsten Personen und Firmen.

          Putins Vertraute

          Gleich mehrere Geschäftspartner und Freunde des russischen Präsidenten tauchen im Zusammenhang mit Briefkastenfirmen auf:

          Der ehemalige Medienberater Michail Lessin gehört ebenso dazu wie der ehemalige Präsidialverwaltungs-Manager Iwan Maljuschin sowie Ilja Klebanow, den Wladimir Putin nach seiner ersten Berufung zum Ministerpräsidenten zum Stellvertreter machte.

          Aus Putins privatem Umfeld tauchen die Brüder Boris und Arkadij Rotenberg auf, die Putin seit Teenager-Zeiten kennt – und der Cellist Sergej Roldugin, der als Putins bester Freund gilt. Von seinen Briefkastenfirmen sollen Millionen als niedrig verzinstes Darlehen an ein Ski-Resort geflossen sein, das Putin gerne besucht, kurz bevor Putins Tochter dort heiratete.

          Die Vorsitzende des Sicherheitsausschusses im Parlament nannte die Information „eine von vielen Giftinjektionen in der Hoffnung, dass die Dosis irgendwann anschlägt“.

          Petro Poroschenko

          Der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, soll während der Kämpfe in der Ukraine im Sommer 2014 die Gründung einer Briefkastenfirma beauftragt haben. Eine Finanzbehörde kündigte, dies zu überprüfen. Anwälte nehmen den ukrainischen Staatschef aber in Schutz. Es sei für Poroschenko rechtlich die einzige Möglichkeit gewesen, seinen Süßwarenkonzern Roshen einem Treuhänder zu übergeben. Auch in der neuen Firmenstruktur würden weiter Steuern in der Ukraine gezahlt. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls schon erklärt, nicht zu ermitteln.

          Banken

          Mehr als 500 Banken beziehungsweise deren Töchter haben laut dem Recherchenetzwerk ICIJ über die panamaische Kanzlei Mossack Fonseca für ihre Kunden Briefkastenfirmen in Steueroasen registrieren lassen. Allein die HSBC bringt es demnach auf 2300 solcher Briefkastenfirmen, auch die Credit Suisse und die UBS aus der Schweiz, die Société Générale aus Frankreich und die isländische Landsbanki orderten laut ICIJ jeweils hunderte Briefkästen für ihre Kunden.

          Auch eine Reihe von deutschen Banken, die Kunden zu einer Briefkastenfirma verholfen haben. Die Geschäfte fielen auf, als Ermittler die Zentrale der Commerzbank durchsuchten: Mitarbeiter der Luxemburger Tochter standen im Verdacht, Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben – schon damals standen Briefkastenfirmen von Mossack Fonesca im Zentrum. Später zahlte nicht nur die Commerzbank eine Millionenstrafe, sondern auch die HSH Nordbank und die Hypovereinsbank. Die Deutsche Bank und die Hamburger Privatbank Berenberg haben nach Bekanntwerden des Berichts bestätigt, Kunden bei der Vermittlung von Briefkastenfirmen im Ausland geholfen zu haben. Zugleich betonten sie aber die Rechtmäßigkeit der Vorgänge.

          Islands Ministerpräsident

          Schon ein Jahr bevor in Island die Banken verstaatlicht wurden, gründete Sigmundur Gunnlaugsson gemeinsam mit seiner Partnerin und späteren Frau Anna Pálsdóttir eine Briefkastenfirma. Zwei Jahre später wurde er ins Parlament gewählt, gab aber seine Anteile an dieser Firma nicht an – nach eigenen Angaben, weil Firmen, die nicht wirklich Geschäfte machten, nicht meldepflichtig seien. Wenig später verkaufte Gunnlaugsson seine Anteile für einen Dollar an Pálsdóttir. Heute sagen beide: Die Firma habe von Anfang an ihr gehört und sei von ihr versteuert worden. Dass auch Gunnlaugsson eingetragen ist, sei ein Fehler der Bank gewesen. Mittlerweile ist der Ministerpräsident aber so stark unter Druck geraten, dass er Neuwahlen ermöglichen könnte.

          Lionel Messi

          Der Star-Fußballer kommt gerade ohnehin wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vor Gericht. Auch in den Panama-Papers taucht er auf – wie die „Süddeutsche Zeitung“ meldet, mit einer bislang unbekannten Briefkastenfirma. Die Familie des Fußballers wies im Zusammenhang damit erhobene Vorwürfe als „falsch und beleidigend“ zurück.

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