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Ostdeutschland Die Renaissance der Innenstädte

12.05.2008 ·  Die grüne Wiese hat den Kampf in Ostdeutschland verloren. Die großen Warenhäuser - Kaufhof, Karstadt und Breuninger - zieht es wieder in die Innenstädte. Das ist nicht nur in Leipzig und Dresden so. Auch Städte wie Stralsund, Stendal oder Görlitz profitierten von der Wiederentdeckung der City.

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Ostdeutschland scheint die Krise der neunziger Jahre überstanden zu haben. Die Abwanderungstendenzen sind gestoppt, das Wirtschaftswachstum liegt seit drei Jahren deutlich über dem westdeutschen Niveau, und die Wertschöpfung ist durch den Impulsgeber Industrie 2006 doppelt so stark gestiegen wie im Westen. Das beginnt sich nun auch auf dem Markt für Einzelhandelsimmobilien abzuzeichnen. So spricht die auf Einzelhandelsimmobilien fokussierte Comfort Gruppe von einer Renaissance der ostdeutschen Innenstädte.

Die nach der politischen Wende vor den Toren der Städte hochgezogenen Einkaufszentren haben den Konkurrenzkampf verloren, berichtet Comfort-Spezialist Alexander Folz. Sie haben zum Teil mit erheblichen Leerständen und Druck auf die Mieten zu kämpfen. In der Versorgung mit Einkaufszentren gebe es eine deutliche Schieflage durch Überversorgung mit Verkaufsflächen im Osten Deutschlands.

Neue Einkaufszentren entstehen seither nur noch in integrierten Stadtteillagen. Zu den bekanntesten Beispielen zählt Folz das Kröpeliner Tor Center in Rostock mit 14.500 Quadratmeter Verkaufsfläche von Tenkhoff, das Alexa am Alexanderplatz in Berlin mit 43.000 Quadratmeter Verkaufsfläche von Sonae sowie die im Bau befindliche Centrum-Galerie in Dresden mit 52.000 Quadratmeter Verkaufsfläche von MDC und die Brühl-Arkaden in Leipzig mit 27.000 Quadratmetern von MFI.

Die Renaissance ostdeutscher Innenstädte

Karstadt, Kaufhof und Breuninger gehen in die City

Mit der Fertigstellung des neuen Karstadt-Hauses, der Galeria Kaufhof und des Kaufhauses Breuninger sei Leipzig zur ersten Adresse auf der Rangliste der ostdeutschen Einkaufsstädte aufgestiegen - mit einer Spitzenmiete von 105 Euro je Quadratmeter. Damit liegt Leipzig vor Dresden mit 100 Eu- ro für vergleichbare Ladenlokale mit 80 bis 120 Quadratmeter Verkaufsfläche im Erdgeschoss und mindestens sechs Meter Schaufensterfront. 1999 wurden Geschäftshäuser in Leipzig zum 13-Fachen der Jahresmiete verkauft, heute zum 17- Fachen; in Dresden sei der Faktor von 15 auf 19 gestiegen.

Die Renaissance der Innenstädte hat sich nach Ansicht von Comfort auch auf viele kleinere Städte ausgedehnt. Zu ihnen zählt Folz Zwickau mit der Inneren Plauenschen Straße, Eisenach mit der Karlsstraße und Weimar mit der Schillerstraße und der Wielandstraße. In Rostock sei die Miete für kleinere Läden seit 1999 von 51 auf 80 Euro gestiegen und in Potsdam von 36 auf 70 Euro je Quadratmeter.

In Stralsund übersteigt die Nachfrage sogar das Angebot

Die Investitionsbereitschaft sei spürbar gestiegen. Folz nennt Stralsund, Görlitz, Stendal, Wernigerode und Halberstadt. In Stralsund liege die Nachfrage deutlich über dem Angebot und weitaus größer als in Schwerin, wo ein völlig überdimensioniertes Einkaufszentrum in innerstädtischer Lage die Nachfrage nach Flächen in der Fußgängerzone lange Zeit zum Erliegen gebracht habe.

Als besonders gravierende Fehlentwicklung sieht Folz auch den Bau eines ECE-Einkaufszentrums in Schwedt an der Oder an. Noch immer werde versucht, die innerstädtische Einzelhandelslage durch Center zu ersetzen. Das Fachmarktzentrum der Metro in Eisenhüttenstadt zähle ebenfalls zu den großen Ärgernissen.

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Von Heike Göbel

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30.05.2012 10:10 Uhr
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