27.02.2009 · Opel sucht mit Steuergeld die Emanzipation von GM. Die Regierung hat versprochen, keinen deutschen Steuercent gen Amerika abfließen zu lassen. Opel hat weder diese Sorge zerstreut noch den Beweis geliefert, dass des Bürgers Geld in diesem Unternehmen gut angelegt wäre.
Von Holger AppelEs ist wie in einer schlechten Beziehung: Man kann nicht miteinander, aber auch nicht allein. So schleppt sich jeder durch, bis einer einen neuen Partner findet. Opel will aber keiner. Also soll der Staat ran. Opel sucht mit Steuergeld die Emanzipation, obgleich am Freitag all jene aus ihren Träumen gerissen wurden, die glaubten, der deutsche Autohersteller könne sich vollends von seiner Muttergesellschaft General Motors trennen.
Tatsächlich besitzt Opel weder Patente noch Produktionsanlagen. Wie teuer diese Mitgift wird, ist noch unklar. Und ob die nur noch mit Staatsgeld am Leben erhaltene General Motors auch nur einen Dollar überweisen will oder kann, steht auch in den Sternen.
Um 3,3 Milliarden Euro öffentliche Mittel bettelt das Unternehmen für seinen Neustart und verspricht, das sei alles. Man werde den Betrag bis 2014 zurückzahlen. Wie denn? Die arme Mutter kann nicht loslassen, die Märkte sind schwach, die laufenden Verluste hoch und die Überkapazitäten groß. Die Regierung hat versprochen, keinen deutschen Steuercent gen Amerika abfließen zu lassen. Opel hat weder diese Sorge zerstreut noch den Beweis geliefert, dass des Bürgers Geld in diesem Unternehmen gut angelegt wäre.
Frank-Holger Appel Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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