22.01.2010 · Der schmerzhafte Schnitt ist der erste Akt der unvermeidlichen Sanierung. Die Schließung der Fabrik in Antwerpen war lange geplant und ist notwendig, um das Überleben des Autoherstellers Opel zu sichern. Auch in Deutschland steht alles auf dem Prüfstand.
Von Christoph RuhkampDie Schließung der Fabrik in Antwerpen war lange geplant und ist notwendig, um das Überleben des Autoherstellers Opel zu sichern. Bei allem Mitgefühl für die betroffenen Arbeitnehmer – es geht um einen kleineren Standort, der nur noch das alte Modell des Kompaktwagens Astra produziert.
Der schmerzhafte Schnitt ist der erste Akt der unvermeidlichen Sanierung. In Westeuropa werden nach Auslaufen der Abwrackprämien in diesem Jahr vermutlich 1,5 Millionen Autos weniger verkauft. Schon jetzt sind die Fabriken aller Hersteller zu bestenfalls drei Vierteln ausgelastet. Es führt also kein Weg daran vorbei, Kapazitäten abzubauen. Opel kann sich nicht noch einmal darauf verlassen, vom Staat mit Kredit gerettet zu werden.
Läuft alles gut, wird das Unternehmen dank der neuen Modelle Astra, Insignia und Meriva dieses Jahr genauso viele Autos verkaufen wie im nicht gerade berauschenden Jahr 2009. Aber auch dann wird der Verlust bestenfalls halbiert – auf immerhin noch 1 Milliarde Euro. Dass die auslaufende Astra-Produktion nach Bochum verlagert wird, ist für die dortigen Beschäftigten deshalb kein Grund zum Feiern. Auch in Deutschland steht alles auf dem Prüfstand.