10.09.2008 · Die Ölpreise sind stark zurückgegangen. Deswegen hat die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) angekündigt, ihre Fördermenge um gut 500.000 Barrel pro Tag zu drosseln. Die Entscheidung der 13 Mitgliedsländer kommt überraschend.
Die Opec hat angesichts sinkender Rohölpreise überraschend eine Verringerung ihrer Fördermenge beschlossen. Die Mitglieder des Ölkartells einigten sich am frühen Mittwochmorgen auf eine gedrosselte Förderung von 28,8 Millionen Barrel pro Tag.
Im Vergleich zum Juli stelle dies eine Verringerung von gut einer halben Million Barrel pro Tag dar, sagte Opec-Chef Chakib Khelil nach der fast fünfstündigen Sitzung in Wien. Als Grund für die unerwartete Drosselung führte die Organisation einen „überversorgten Markt“ an. Vor Beginn der Sitzung hatte Khelil noch erklärt, es sei nicht mit einer Veränderung der Fördermenge zu rechnen.
Die Ölpreise stiegen nach der Opec-Entscheidung leicht. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober kostete im asiatischen Handel 103,66 Dollar. Das sind 40 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober stieg um 26 Cent auf 100,60 Dollar. Für diese Marke war der Preis zuvor unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar gefallen.
Mit Ecuador und Angola, ohne Irak und Indonesien
Der Opec-Präsident zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Ölpreise trotz der Produktionskürzung weiter fallen werden. „Ich denke nicht, dass es Auswirkungen für die Konsumenten haben wird“, sagte Khelil und verwies auf das hohe Angebot an Rohöl sowie die sehr hohen Lagerbestände.
Vor den jetzt geplanten 28,8 Millionen Barrel hatte die Fördergrenze bei 29,67 Millionen Barrel pro Tag gelegen. Die bisherige Obergrenze wurde wegen der Quotenüberschreitung einiger Länder, darunter Saudi-Arabiens, allerdings nicht eingehalten. Die neue Förderquote schließt die neuen Opec-Mitgliedsländer Ecuador und Angola ein, nicht aber den Irak und Indonesien, das bei der Tagung in der Nacht zum Mittwoch seine Mitgliedschaft in der Organisation bis auf weiteres suspendiert hat. Beobachter schätzen die Überproduktion auf rund 600.000 Barrel am Tag. Die Opec deckt rund 40 Prozent der globalen Ölnachfrage.
Die 13 Ölminister wählten den angolanische Ölminister Desidério da Graça Verissímo e Costa (74) zum amtierenden Präsidenten der Opec-Konferenz für das Jahr 2009. Der Minister löst dann den Algerier Khelil ab, der der Konferenz im laufenden Jahr vorstand. Sein Stellvertreter wird der ecuadorianische Amtskollege Galo Chiriboga Zambrano.
Erkläre mir die Welt...
Matthias Fiedler (msalcapone)
- 10.09.2008, 11:05 Uhr
Erklär mir die Welt?
Lutz Töpfer (L.Toepfer)
- 10.09.2008, 11:16 Uhr
Plötzlich
Markus Teuber (arathorn)
- 10.09.2008, 11:39 Uhr
Erklaerung ist simpel
Matthias Hühn (matthiashuehn)
- 10.09.2008, 11:46 Uhr
Ein Versuch, Herr Fiedler!
Rolf Huchthausen (huchthausen)
- 10.09.2008, 12:42 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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