31.10.2008 · Das Geschäftsmodell der offenen Immobilienfonds ist ein Widerspruch in sich. Ein illiquides Anlageinstrument wie die Immobilie wird mit der täglichen Verfügbarkeit des Anlegergeldes zusammengebracht. Jetzt sind einige Fonds in schweren Nöten.
Von Steffen UttichDas Geschäftsmodell der offenen Immobilienfonds ist ein Widerspruch in sich. Ein so illiquides Anlageinstrument wie die Immobilie wird mit der täglichen Verfügbarkeit des Anlegergeldes unter einem Dach zusammengebracht. Dies kann durchaus funktionieren. Es setzt allerdings voraus, dass die investierten Anleger ein wirkliches Interesse daran haben, über dieses Anlagevehikel langfristig in Gewerbeimmobilien investiert zu sein.
Eine nicht gerade kleine Anzahl im Kundenkreis – dazu zählen neben selbständig agierenden Privatanlegern ohne Beratungsbedarf vor allem unabhängige Finanzmakler und Vermögensverwalter – sieht in offenen Immobilienfonds allerdings zuerst einen attraktiven Liquiditätsparkplatz mit einem stabilen Wertzuwachs. Dieses Problem wurde nach der ersten Immobilienfondskrise vor knapp drei Jahren nur halbherzig angegangen. Es lässt sich aber rasch entschärfen – beispielsweise durch zeitlich gestaffelte Rücknahmeabschläge.
Langfristig orientierte Anleger in offenen Immobilienfonds müssen endlich vor kurzfristig orientierten Anlegern wirksam geschützt werden. Daran führt kein Weg vorbei, wollen die Fondsanbieter auch aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.
Steffen Uttich Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.
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