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Veröffentlicht: 08.02.2017, 18:35 Uhr

Urlaubsziele der Deutschen Österreich überholt die Türkei

Die Türkei verliert als Reiseziel der Deutschen weiter an Boden. Jetzt steht auch Österreich höher in der Gunst der Deutschen. Für die Reisebranche ist das Fluch und Segen zugleich.

von
© dpa Immer mehr deutsche Urlauber meiden die Türkei aufgrund der politischen Unruhen. Strände wie dieser in Antalya könnten deshalb öfter leer bleiben.

Deutsche Reisende schwenken um. Wie stark die Türkei in der Gunst der Urlauber verliert, zeigt die jährliche Tourismusanalyse der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen. Terroranschläge und ein gescheiterter Militärputsch haben hunderttausende Urlauber verunsichert und hat in der Folge zu Verschiebungen in der Spitzengruppe der begehrtesten Reiseziele im Ausland geführt.

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Zwar liegen Spanien und Italien weiter klar auf den Rängen eins und zwei, doch direkt dahinter schiebt sich Österreich nach vorn. In der Umfrage unter 4000 Bundesbürgern gaben 3 Prozent an, sicher in die Alpenrepublik fahren zu wollen. Mehr als ein Drittel der Befragten waren hinsichtlich des Ziels noch unentschieden, deshalb dürften es durchaus noch mehr werden. Fest mit der Türkei planen hingegen nur noch 2 Prozent. Das Land rutscht damit aus der Gruppe der drei begehrtesten Auslandsziele.

Dieser Trend hatte sich schon im Jahr 2016 abgezeichnet. Im vergangenen Jahr lagen Österreich und die Türkei mit je 4,4 Prozent aller Urlaubsreisen ab fünf Tagen gleichauf. Für die Türkei hatten sich allerdings 40 Prozent weniger Urlauber entschieden als noch im Jahr 2015, für Österreich hingegen 15 Prozent mehr. Spitzenreiter unter den Auslandszielen war Spanien mit knapp 15 Prozent aller Haupturlaube, nach Italien führten rund 8 Prozent der Reisen. Inlandsreisen gewannen ebenfalls an Popularität. Rund 34 Prozent der Reisenden blieben in den Ferien in Deutschland – 2 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2015. Davon profitierten vor allem Bayern und Schleswig-Holstein.

Mehr Urlauber als im vorherigen Jahr

Für die Reisebranche sind die Zahlen der Hamburger Forscher Fluch und Segen zugleich. Der Einbruch der Türkei-Nachfrage schmerzt vor allem die Pauschalreiseanbieter wie TUI, Thomas Cook und DER Touristik. Insgesamt können die Reiseunternehmen aber mit steigenden Urlaubsausgaben kalkulieren. „Eine stabile Wirtschaftslage mit einer niedrigen Arbeitslosenquote, ein starker Eurokurs und niedrige Zinsen führen zu einer wachsenden Reiselust“, teilen die Urlaubsforscher mit.

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Nur 21 Prozent der Befragten gaben an, in diesem Jahr keinen Urlaub buchen zu wollen, nach 24 Prozent im Vorjahr. Anfang des Jahres 2016 hatte das Institut die Branche aufgeschreckt, dass Sicherheitsbedenken und Sorgen, sich den Urlaubswunsch finanziell erfüllen zu können, die Reiseneigung sinken lassen könnte. Das trat nicht ein. Die Forscher zählten sogar mehr Urlauber, die mit durchschnittlich 13 Tagen sogar geringfügig länger in den Ferien blieben.

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