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Ölindustrie BP-Rosneft-Deal offenbar vor dem Abschluss

Russlands Präsident Putin kommt in Sachen Rückverstaatlichung der Ölindustrie voran: Über den angedachten Milliardendeal zwischen dem Staatsunternehmen Rosneft und dem Joint-Venture TNK-BP könnte schon Anfang der Woche entschieden werden.

© dpa Die Übernahme von TNK-BP kommt voran

Der russische Staatskonzern Rosneft könnte unter dem Einfluss von Präsident Wladimir Putin schon Anfang der Woche seinen Aufstieg zum weltgrößten Ölproduzenten ebnen. Ein Abschluss von Rosnefts Verhandlungen über den Kauf des 25-Milliarden-Dollar-Anteils des britischen Ölmultis BP an Russlands drittgrößter Ölfirma TNK-BP sei schon am Montag oder Dienstag möglich, sagten Insider am Wochenende.

Damit käme Putin einen großen Schritt bei seinen Plänen voran, die staatliche Kontrolle über weite Teile der Industrie zurückzugewinnen. Viele Branchen waren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er Jahren hastig privatisiert worden. Rosneft hat auch ein Angebot für die andere Hälfte von TNK-BP vorgelegt, die im Besitz von vier russischen Milliardären ist. Sollten auch diese ihre Beteiligung verkaufen - wonach es derzeit aussieht - würde Rosneft mehr als die Hälfte der zunehmend verstaatlichten Ölproduktion in Russland kontrollieren und mehr Öl und Gas fördern als der amerikanische Weltmarktführer Exxon Mobil.

BP wird wohl dem Vorhaben zustimmen

Das komplizierte Geschäft mit BP soll den Kreisen zufolge in zwei Schritten ablaufen. Letztlich soll BP zehn bis 13 Milliarden Dollar in bar erhalten und einen Aktien-Anteil an Rosneft von 16 bis 20 Prozent mit einem Wert von 12 bis 15 Milliarden Dollar. Einem Zeitungsbericht zufolge wird BP dem Vorhaben zustimmen. Damit würden die Briten zwar weniger Öl in dem rohstoffreichen Land fördern, könnte sich aber bei künftigen Projekten auf engere Verbindungen zu Rosneft und dessen Chef, dem einflussreichen Putin-Vertrauten Igor Setschin, stützen. Putin selbst hatte sich im September mit den Spitzen von BP und Rosneft zu Gesprächen über das Thema getroffen.

Zudem könnte BP die von heftigen Streitereien geprägte Allianz mit den Oligarchen zu den Akten legen. Dabei ging es um lukrative Förderquellen in der Arktis, wo Experten ein Fünftel der weltweit noch unentdeckten Ölvorkommen vermuten. BP wollte bei der Erschließung von Feldern in der Region mit Rosneft zusammenarbeiten. Das Oligarchen-Konsortium AAR aber bestand darauf, dass nicht BP selbst, sondern TNK-BP dort mit Rosneft Öl fördert. Auch die Vorliebe der russischen Regierung, größere Ölfelder an staatseigene Betriebe zu vergeben, schränkte den Aktionsradius von TNK-BP deutlich ein. Finanziell hätte sich die TNK-BP -Investition für BP aber wohl gelohnt: Das Unternehmen war 2003 gegründet worden, BP hatte der Anteil damals sieben Milliarden Dollar gekostet.

Rosnefts steiler Aufstieg begann Mitte des vergangenen Jahrzehnts, als der Konzern den Großteil des Ölkonzerns Yukos von Putin-Kritiker Michail Chodorkowski übernahm. Chordorkowski wurde in spektakulären Prozessen wegen Steuerhinterziehung, Unterschlagung und Geldwäsche zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, Yukos musste in die Insolvenz und wurde zerschlagen. Chordokowski gehörte zu einer kleinen Gruppe russischer Unternehmer, die in den Zeiten der Privatisierung durch den günstigen Erwerb von Staatsbetrieben reich wurden. Er bezeichnet das Vorgehen gegen ihn als politisch motiviert und vermutet das Präsidialamt im Kreml als Drahtzieher dahinter. Dort assistierte Setschin damals Putin als Vizestabschef.

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Quelle: Reuters

 
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