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Öl und Gold Rekordpreise - langfristige Trends?

03.01.2008 ·  Das Jahr 2008 beginnt an den Finanz- und Rohstoffmärkten turbulent. Öl ist so teuer wie nie zuvor, auch der Goldpreis hat Rekordwerte erreicht. Doch es ist zu früh, um von den aktuellen Preisbewegungen auf langfristige Trends zu schließen. In zwei Wochen kann alles schon wieder ganz anders aussehen.

Von Gerald Braunberger
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Das Barrel Öl bei 100 Dollar, die Unze Gold bei 860 Dollar und der Dollar sowie die Aktienmärkte unter Druck – das Jahr 2008 beginnt an den Finanz- und Rohstoffmärkten turbulent. Aus den aktuellen Preisbewegungen auf langfristige Trends zu schließen wäre jedoch vermessen. Dafür herrscht eine zu große Nervosität an den Märkten.

Dabei ist der hohe Ölpreis noch am ehesten erklärbar. Zwar erwarten viele Analysten den Preis für ein Barrel im Jahresverlauf zwischen 80 und 90 Dollar, aber es ist seit langem bekannt, dass der Preis auf politische Spannungen reagiert. Dieses Mal waren es Unruhen in Pakistan und Nigeria, die den Ölmarkt in Aufregung versetzten. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, weil ein großer Teil des Öls in Regionen gefördert wird, die politisch nicht notwendigerweise stabil bleiben müssen.

Allein die Erschließung neuer Ölfelder kostet enorme Summen

Der eigentliche Preistreiber beim Öl bleibt aber das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage. Das deutliche Wachstum der Weltwirtschaft hat einen kräftigen Hunger nach diesem Rohstoff geweckt. Der wachsenden Nachfrage steht aber nur ein langsam wachsendes Angebot gegenüber, weil sich die Förderung vieler großer Ölfelder nach einer Jahrzehnte währenden Ausbeutung nicht mehr steigern lässt. Neue Felder sind zwar bekannt, aber nicht mehr leicht zugänglich. Alleine die erheblichen Förderkosten, die eine Erschließung neuer Felder mit sich bringt, dürften den Ölpreis auch in Zukunft hoch halten.

Der Preisanstieg für Gold, die Schwäche des Dollar und die Unsicherheit an den Aktienmärkten besitzen dieselbe Ursache: Es ist die bislang an den Märkten verbreitete, nahezu naive Vorstellung, dass die amerikanische Wirtschaft nicht sehr unter der Finanzmarktkrise leiden werde, weil die Fed die Wirtschaft der Vereinigten Staaten mit Zinssenkungen wieder auf den rechten Pfad führen werde. Aus diesem Grund erwarten viele Analysten ein Comeback des Dollar an den Devisenmärkten.

Die Fed allein kann es nicht richten

Allmählich scheint sich jedoch herumzusprechen, dass der blinde Glaube an die Notenbank möglicherweise nicht ausreicht, um die amerikanische Wirtschaft vor der Krise zu bewahren. Daraufhin hat der Dollar einen leichten Schwächeanfall erlitten, der umgekehrt den Preis für Gold trieb. Auch an den Aktienmärkten ist die Hochstimmung zunächst verflogen.

Wankelmut ist einer der Begleiter der Finanz- und Rohstoffmärkte. In zwei Wochen kann alles schon wieder anders aussehen. 2008 scheint ein Jahr zu werden, in dem Anleger gute Nerven brauchen.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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