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Rekordjahr für neue Energie : Ökostrom-Erzeuger kassieren 26 Milliarden Euro

Gute Aussichten für Grünstromerzeuger: Noch nie waren so viele Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen am Netz wie im vergangenen Jahr. Bild: dpa

Ein Rekordjahr für Grünstromerzeuger: Der Anteil erneuerbarer Energien war noch nie so hoch wie 2017. Auch die Witterung hat zu ihrer guten Ausbeute beigetragen – aktuell sieht es allerdings anders aus.

          Die erneuerbaren Energien haben im vergangenen Jahr alle Rekorde gebrochen. Nie war ihr Anteil an der erzeugten Elektrizität so hoch, nie war ihr Anteil am Stromverbrauch größer als 2017. Die Berliner Klimaschutzorganisation Agora Energiewende beziffert ihn auf 36,1 Prozent. Auch waren noch nie so viele Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen am Netz. Weil zudem die Witterung mitspielte, war die Ausbeute der Grünstromerzeuger besonders gut. Mit einem Plus von 3,8 Prozent sei auch der Zuwachs des Ökostromanteils noch nie so deutlich ausgefallen wie 2017.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Zum Jahresende hatte Agora bei niedriger Nachfrage und hoher Windausbeute auch noch eine beinahe vollständige Versorgung des Landes mit grünem Strom ausgemacht. Doch aktuell ist die Lage schon wieder ganz anders. Weil der Wind flau ist und sich die Sonne wenig blicken lässt, dominierten in den vergangenen Tagen die Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke.

          Die Rekordzahlen in der Ökostromerzeugung schlagen sich in Rekordzahlen auf dem Konto nieder, über das die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz abgerechnet wird. Die von den Netzbetreibern erhobenen Daten für 2017 liegen jetzt vor. Demnach flossen im vergangenen Jahr 26,3 Milliarden Euro an die Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von grünem Strom, vor allem an die Eigner von Photovoltaik- und Windkraftanlagen an Land und auf See sowie von Biogasanlagen. Das waren 4 Prozent mehr als im Vorjahr, als sich die Ausgaben auf 25,4 Milliarden Euro summiert hatten. Die Verbraucher zahlen mittels Stromrechnung 26 Milliarden Euro Umlage. Weitere 1,4 Milliarden Euro stammten aus dem Stromverkauf an der Börse. Zusammen waren das 27,4 Milliarden Euro oder 10 Prozent mehr als im Vorjahr, als 24,9 Milliarden Euro abgerechnet worden waren.

          Unter dem Strich ergab das Ende Dezember 2017 einen Überschuss von 1,0 Milliarden Euro. Zusammen mit den angesparten Rücklagen verbuchte das Konto damit einen Überschuss von 3,9 Milliarden Euro, auch das ein neuer Rekordwert. Angesichts der hohen Überschüsse haben die Netzbetreiber die Höhe der Umlage für das neue Jahr leicht gesenkt: Statt 6,88 Cent je Kilowattstunde beträgt die Umlage jetzt 6,79 Cent je Kilowattstunde.

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          Quelle: F.A.Z.

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