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OECD-Studie Die Abgabenlast in Deutschland ist wieder gestiegen

 ·  Normal verdienende Arbeitnehmer leiden in Deutschland unter höheren Abzügen vom Gehalt als in fast jedem anderen Industrieland. Nur in Belgien greift der Staat noch stärker zu.

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© F.A.Z.

Wie die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) berichtet, ist die Abgabenlast in Deutschland zuletzt wieder gestiegen, nachdem sie vorher gefallen war. Für einen durchschnittlich verdienenden unverheirateten Angestellten ohne Kinder erhöhte sie sich 2011 um 0,6 Prozentpunkte auf 49,8 Prozent. Insgesamt kam es in sieben von acht untersuchten Haushaltstypen zu geringen Mehrbelastungen von höchstens 1,1 Prozentpunkten. Gleichwohl stiegen die Nettolöhne, weil die Tariferhöhungen die höheren Abzüge und die Inflation mehr als ausglichen.

Wie aus der aktuellen Ausgabe der OECD-Studie „Taxing Wages“ hervorgeht, liegt der Abgabesatz für ledige kinderlose Durchschnittsverdiener in Europa zwischen 55,5 Prozent in Belgien und 21 Prozent in der Schweiz. Deutschland liegt mit knapp 50 Prozent knapp vor Ungarn und Frankreich. Doch ist es nicht so, dass man hierzulande auf fast die Hälfte des Bruttogehalts verzichten muss. Um die Belastungen international vergleichen zu können, werden die vom Arbeitgeber zu zahlenden Sozialabgaben mitberücksichtigt. Als Durchschnittslohn wurden für Deutschland 43855 Euro zugrunde gelegt.

Nach einem Jahrzehnt mit sinkender Abgabenlast hat sich diese zuletzt in 26 von 34 OECD-Ländern erhöht - meistens um weniger als einen Prozentpunkt. Nach Angaben der OECD ist dies in den meisten Ländern auf höhere Einkommensteuern zurückzuführen, während in Deutschland dafür fast ausschließlich die Sozialabgaben verantwortlich sein sollen. Am deutlichsten profitierten nach der Studie in Deutschland kinderlose Spitzenverdiener, die um 5 Prozentpunkte entlastet wurden.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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