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OECD-Migrationsstudie Deutschland lockt mehr qualifizierte Zuwanderer

 ·  Qualifizierte Zuwanderer wollen überall hin, bloß nicht nach Deutschland - so hieß es lange. Doch jetzt wandelt sich das Bild. Deutschland ist deutlich attraktiver geworden.

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Deutschland ist als Ziel für qualifizierte Zuwanderer deutlich attraktiver geworden. In den vergangenen beiden Jahren verzeichnete Deutschland den stärksten Anstieg an Migration unter allen 34 Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), wie aus deren aktuellem Migrationsausblick hervorgeht. 2010 betrug das Plus 10 Prozent, 2011 ergeben vorläufige Zahlen abermals einen kräftigen Anstieg. Damit verlaufe die Entwicklung in Deutschland gegen den OECD-Trend. Insgesamt kamen der Studie zufolge innerhalb der vergangenen zehn Jahre rund eine halbe Million hochqualifizierter Zuwanderer – in der Regel mit abgeschlossenem Studium – ins Land.

Gründe für die Aufwertung Deutschlands dürften sowohl der hohe Arbeitskräftebedarf hierzulande sein als auch die Wirtschafts- und Schuldenkrise in vielen europäischen Staaten, welche diese Länder für Arbeitssuchende unattraktiver macht. In Irland brach die Zuwanderung 2010 mit einem Minus von 55 Prozent regelrecht ein. Auch in Griechenland (-31 Prozent), Portugal (-17 Prozent), Italien und Spanien (jeweils - 10 Prozent) fielen die Rückgänge deutlich aus.

Wanderungsbewegungen in der EU verändern sich

Den Angaben der OECD zufolge veränderten sich vor allem die Wanderungsbewegungen innerhalb der Europäischen Union. In Deutschland stammt der Großteil der Zuwanderer aus den mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten. Polen, Rumänen, Bulgaren und Ungarn stellen die größten Gruppen. Bis auf Rumänen und Bulgaren genießen Arbeitssuchende aus diesen Ländern seit Mai 2011 die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Für Hochqualifizierte aus diesen beiden Ländern sowie aus Drittstaaten sieht das deutsche Recht jedoch heute schon weitreichende Ausnahmeregelungen vor. Die Bedeutung der Türkei, die über viele Jahre das wichtigste Ursprungsland war, ist damit weiter gesunken, schreiben die Fachleute der OECD. Der Anteil der Zuwanderer aus Drittstaaten betrug im Jahr 2010 rund 9 Prozent, in absoluten Zahlen waren es 20.000 Personen.

Arbeitsmarktsituation der Zuwanderer hat sich verbessert

Die OECD hebt ebenfalls hervor, dass sich die Arbeitsmarktsituation der Zuwanderer verbessert hat. Traditionell liegt die Arbeitslosigkeit von Migranten deutlich über der von Deutschen. Studien etwa des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung fanden heraus, dass viele Zuwanderer selbst in ihren Herkunftsländern nur unterdurchschnittlich qualifiziert waren. Hochqualifizierte zogen andere Zielländer Deutschland vor.

Seit 2008 ist die Beschäftigungsquote der Migranten in Deutschland jedoch um 4 Punkte auf fast 67 Prozent gestiegen. Dies ist deutlich mehr als bei den Nichtzuwanderern (plus 1,5 Prozent). Außerdem ist es das stärkste Wachstum innerhalb der OECD, die global einen Rückgang des Migrantenanteils in Beschäftigung von 3 Prozent verzeichnet. Besonders ausgeprägt war in Deutschland der Zuwachs von Migrantinnen in Beschäftigung.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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