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OECD erwartet goldene Zeiten : China hat den Euroraum wirtschaftlich überholt

Auf Kurs: China wächst weiter Bild: dpa

Chinas Wirtschaft hat sich derart gut entwickelt - und Europa derart schwach -, dass die Wirtschaftsleistung jetzt größer ist als die des Euroraums. Die OECD erwartet, dass das Land 2016 auch Amerika hinter sich lässt - wenn es sich reformiert.

          Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird weiter zuverlässig wachsen und die Weltwirtschaft beflügeln. Falls der Strukturwandel aber nicht an Fahrt gewinnt, drohen dem Land ernsthafte Schwierigkeiten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD in einem neuen Bericht zu China. „Die schrittweise Belebung der Wirtschaft bildet eine starke Stütze für die ehrgeizigen Reformen, die China auf dem Weg zum Wohlstand braucht“, sagte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría am Freitag in Peking. Er begrüßte, dass die neue Führung in Peking das Wachstum nicht nur festigen und umweltverträglicher machen wolle, sondern auch bestrebt sei, mehr Menschen daran teilhaben zu lassen.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Die OECD erwartet für China eine Zunahme des BIP um 8,5 Prozent in diesem und um 8,9 Prozent im kommenden Jahr. 2012 waren es 7,8 Prozent. China hat sich derart gut entwickelt - und Europa derart schwach -, dass die Wirtschaftsleistung jetzt größer ist als die des Euroraums. In Kaufkraft gerechnet, werde die Volksrepublik 2016 auch die Vereinigten Staaten hinter sich lassen, schreibt die OECD. „China ist gut aufgestellt, um sich eines vierten Jahrzehnts mit schnellem Aufstieg und besserem Lebensstandard zu erfreuen - trotz verschiedener Gefahren“, heißt es in dem Bericht. Die größten Risiken für 2013 seien schwacher Export sowie ein Anstieg der Inflation.

          Der Report warnt auch vor ausufernden Immobilienpreisen sowie untragbaren Schulden außerhalb der Bankbilanzen und der kommunalen Haushalte. Längerfristig könnten die Ungleichheit und die Überalterung zu Spannungen führen. China könne aber durchaus von einem Land mittlerer zu einem mit hohen Einkommen werden, wenn es den Umbau seiner Wirtschaft beschleunige. Die OECD setzt dabei auf die Planung der chinesischen Führung, die Export- und Investitionsabhängigkeit zu verringern sowie den Binnenkonsum und die Dienstleistungen auszubauen. Den Zahlen zufolge hat sich dieser Wandel schon in Teilen vollzogen: Seit 2006 sei die Bedeutung der Ausfuhr gesunken, der Anteil der Haushaltseinkommen am BIP nehme nicht mehr ab.

          Um die Wirtschaft zu modernisieren, empfiehlt die OECD mehr Deregulierung. Die Zinsen und der Wechselkurs müssten liberalisiert, die Kapitalkontrollen zurückgefahren werden. Es gelte, private Investitionen zu erleichtern, Märkte zu öffnen und das geistige Eigentum besser zu schützen. In Fragen von Urbanisierung und Umweltschutz sind die Empfehlungen am klarsten; beide Themen will die neue Regierung forcieren. Die OECD fordert, den Wanderarbeitern den gleichen Zugang zu Hochschulen und Sozialleistungen zu eröffnen wie den Städtern. Auch sollten Bauern ihre Landnutzungsrechte direkt an Immobilienentwickler verkaufen dürfen. Auf dem Weg zu „grünem Wachstum“ müssten die Preise von Kraftstoffen freigegeben und mit einer Verbrauchsteuer belegt werden, ihre Qualität sei zu verbessern. Kraftfahrzeuge sollten künftig weniger Schadstoffe emittieren. Es sei an der Zeit, die Tarife für Kohle, Gas und Strom am Markt zu orientieren. Trinkwasser müsse mehr kosten, um zum Sparen anzuregen.

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