Die äußerst positive Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts wird von wachsender Ungleichheit bei den Einkommen überschattet. Wegen der erheblich zurückgegangenen Tarifbindungen seien die Lohnunterschiede gestiegen, heißt es in der jüngsten Arbeitsmarktanalyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Auch Mini-Job-Verträge und die nachlassende Organisation von Arbeitgebern in Verbänden begünstigten diese Entwicklung.
Gleichzeitig lobten die OECD-Experten die deutschen Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. In kaum einem Industrieland sank sie demnach in den vergangenen fünf Jahren so sehr wie in der Bundesrepublik. Für den Euro-Raum insgesamt bleiben die Aussichten hingegen weiter äußert düster. Bis 2013 sei mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen, teilte die OECD am Dienstag mit. Im Mai sei mit einer Quote von 11,1 Prozent ein neues Allzeithoch erreicht worden. In den 34 OECD-Ländern werde die Arbeitslosenquote mindestens bis Jahresende 2013 im Schnitt bei 7,7 Prozent verharren, gab OECD bekannt.
In Spanien ist nach OECD-Angaben mittlerweile rund jeder vierte Erwerbsfähige ohne Job (24,6 Prozent). Zum Vergleich: In Deutschland lag die Erwerbslosenquote nach Standard der UN-Arbeitsorganisation ILO im Mai nur bei 5,6 Prozent.
OECD fordert Ende der „Siesta“
Besorgniserregend sei der Anstieg von Zeitarbeitsverträgen und der Langzeitarbeitslosigkeit, deren Quote auf 35 Prozent von 27 Prozent vor der Krise gewachsen sei, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Die OECD rief zu mutigen Reformen des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft auf. Stellen könnten geschaffen werden, indem Handel und Dienstleistungssektor für mehr Wettbewerb geöffnet würden. Länder wie Griechenland und Italien sollen demnach darauf verzichten, Läden in der Mittagszeit zu schließen.
Zuwanderung
Wolfgang Richter (langweiler2)
- 10.07.2012, 21:05 Uhr
Zu denken gibt,
Michael Wagner (comic)
- 10.07.2012, 18:19 Uhr
Wieso "überschattet"?
Marvin Parsons (mapar)
- 10.07.2012, 14:35 Uhr