Home
http://www.faz.net/-gqe-71966
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

OECD-Bericht Gehälter in Deutschland entwickeln sich auseinander

 ·  Während sich der Arbeitsmarkt in Deutschland weiter robust zeigt, gehen die Einkommen immer weiter auseinander. Wegen der erheblich zurückgegangenen Tarifbindungen seien die Lohnunterschiede gestiegen, hat die OECD in ihrem neuesten Bericht festgestellt.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (5)
© DPA

Die äußerst positive Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts wird von wachsender Ungleichheit bei den Einkommen überschattet. Wegen der erheblich zurückgegangenen Tarifbindungen seien die Lohnunterschiede gestiegen, heißt es in der jüngsten Arbeitsmarktanalyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Auch Mini-Job-Verträge und die nachlassende Organisation von Arbeitgebern in Verbänden begünstigten diese Entwicklung.

Gleichzeitig lobten die OECD-Experten die deutschen Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. In kaum einem Industrieland sank sie demnach in den vergangenen fünf Jahren so sehr wie in der Bundesrepublik. Für den Euro-Raum insgesamt bleiben die Aussichten hingegen weiter äußert düster. Bis 2013 sei mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen, teilte die OECD am Dienstag mit. Im Mai sei mit einer Quote von 11,1 Prozent ein neues Allzeithoch erreicht worden. In den 34 OECD-Ländern werde die Arbeitslosenquote mindestens bis Jahresende 2013 im Schnitt bei 7,7 Prozent verharren, gab OECD bekannt.

In Spanien ist nach OECD-Angaben mittlerweile rund jeder vierte Erwerbsfähige ohne Job (24,6 Prozent). Zum Vergleich: In Deutschland lag die Erwerbslosenquote nach Standard der UN-Arbeitsorganisation ILO im Mai nur bei 5,6 Prozent.

OECD fordert Ende der „Siesta“

Besorgniserregend sei der Anstieg von Zeitarbeitsverträgen und der Langzeitarbeitslosigkeit, deren Quote auf 35 Prozent von 27 Prozent vor der Krise gewachsen sei, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Die OECD rief zu mutigen Reformen des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft auf. Stellen könnten geschaffen werden, indem Handel und Dienstleistungssektor für mehr Wettbewerb geöffnet würden. Länder wie Griechenland und Italien sollen demnach darauf verzichten, Läden in der Mittagszeit zu schließen.
 

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (5)
Weitersagen

Protektionismus nach Brüsseler Art

Von Hendrik Kafsack, Brüssel

Die Europäische Kommission will Strafzölle auf Solarmodule aus China erheben. Zahlreiche Unternehmen warnen vor der Reaktion Chinas. Davon darf sich die EU nicht beeinflussen lassen – trotzdem sollten die Mitgliedsstaaten alles daran setzten, die Kommission von ihren Plänen abzubringen. Mehr 10 9

Umfrage

Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Umfrage

Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --
Umfrage

Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.