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Nur leichtes Minus 2016 : Private Krankenversicherung sieht sich im Aufwind

Sieht die PKV im Aufwind: Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung Bild: dpa

Manche wollten sie schon abschreiben. Doch die PKV steht bei den Kunden wieder hoch im Kurs: 2016 warb sie mehr Kunden bei den gesetzlichen Kassen ab, als abwanderten.

          Für Sabine Zimmermann war die Sache klar: „Die private Krankenversicherung hat ihren Zenit überschritten“, stellte die stellvertretende Vorsitzende der Links-Fraktion im Bundestag Mitte Dezember fest. Denn: „Die konkreten Erfahrungen mit steigenden Beitragssätzen und immer schlechteren Leistungen überzeugen jetzt immer mehr Versicherte, sich doch besser auf die gesetzliche Krankenversicherung mit ihrem Solidarsystem zu verlassen.“ Deshalb hätten seit 2012 an die 190.000 Kunden die PKV verlassen, sagte Zimmermann. Sie wirbt wie SPD und Grüne für die Eingliederung der PKV in ein einheitliches System der Bürgerversicherung.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Einen Monat später ist die Sache mit den Mitgliederverlusten der PKV, die ihren Kunden dieses Jahr Beitragssatzsteigerungen von zehn Prozent und mehr zumutet, nicht mehr so eindeutig. Denn die Privatversicherung gewinnt wieder mehr Mitglieder, als sie verliert. Das zumindest sagt Verbandschef Uwe Laue. Deutlich verbessert habe sich die Lage. „Erstmals seit 2012 verzeichneten wir im zweiten Halbjahr wieder einen positiven Saldo im Nettoneuzugang.“  Im Gesamtjahr 2016 habe es nur noch ein leichtes Minus von 0,2 Prozent gegeben. Mit 8,77 Millionen Versicherten seien das 17.300 weniger im Vorjahr. Im Neugeschäft gehe es damit seit dem Tiefpunkt 2013 mit einem Abgang von 66.200 Kunden „Jahr für Jahr kontinuierlich aufwärts“.

          Leicht positiv fiel für die PKV dabei die Wechselbilanz mit den gesetzlichen Kassen aus. Während 121.000 Kunden die Privatanbieter attraktiver als die Kassen fanden, gingen 120.000 Kunden den umgekehrten Weg. Laue weist darauf hin, dass sie das vielfach nicht freiwillig getan hätten. Denn wer weniger als 52.200 Euro im Jahr verdient, muss in einer gesetzlichen Kasse versichert sein. Das gilt damit auch für bisher privatversicherte Kinder, die eine Berufsausbildung machen oder die erste Arbeitsstelle angetreten haben.

          „Trend zu privater Vorsorge setzt sich fort“

          In der Krankenzusatzversicherung wie für Reisen oder Krankenhausbehandlungen habe die PKV erstmals die Marke von 25 Millionen Verträge überschritten. „Der Trend zu privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken, setzt sich somit fort“, sagt Laue. Unter dem Strich sei die PKV damit auch im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Nach den Hochrechnungen sei die Gesamtzahl an Versicherungen auf 33,87 Millionen gestiegen. Die Beitragseinnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung stiegen laut PKV-Chef Laue um 1,1 Prozent auf 37,2 Milliarden Euro.

          Davon entfielen 35 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung. Die Leistungsausgaben legten dagegen um 1,5 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro in der Krankenversicherung zu, die private Pflegeversicherung zahlte eine Milliarden Euro aus. Trotz des ungünstigen Zinsumfeldes habe die PKV die Rücklagen für ihre Kunden, die der Stabilisierung der Prämien im Alter dienen sollen, abermals deutlich ausgebaut. Die Alterungsrückstellungen stiegen demnach um knapp sechs Prozent auf 233 Milliarden Euro.

          Quelle: FAZ.NET

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