11.01.2011 · Es gibt keine Vertrauenskrise der Währung Euro, sondern schlicht mangelndes Vertrauen gegenüber der Solvenz einiger Staaten - und vieler Banken. Notkredite für klamme Staaten dienen deshalb nicht etwa der Überwindung einer „Euro-Krise“, sondern nützen vor allem den Banken.
Von Stefan RuhkampNotkredite für klamme Staaten werden hierzulande gern mit einer Krise des Euro gerechtfertig. Das ist falsch. Die Inflationsrate liegt im langfristigen Durchschnitt unter dem, was die Deutschen aus Zeiten der D-Mark kennen. Der Außenwert ist weiter vom Rekordtief entfernt als vom Rekordhoch. Mit knapp 1,30 Dollar je Euro ist die Gemeinschaftswährung immer noch leicht überbewertet.
Es gibt also keine Vertrauenskrise der Währung, sondern schlicht mangelndes Vertrauen gegenüber der Solvenz einiger Staaten – und vieler Banken. Der Anstieg der Risikoprämien auf dem Markt für Kreditabsicherungen belegt, wem es in der Krise dreckig geht und wer am meisten von den staatlichen Rettungsprogrammen profitiert.
Auf dem Markt gilt Portugal als nächster Kandidat für Notkredite der europäischen Partner. Die mit Steuergeld der anderen Staaten finanzierte Stabilisierung würde – abgesehen vom portugiesischen Finanzminister – zu aller erst den Banken nützen, die zur Finanzierung der übermäßigen Verschuldung beigetragen haben. Im Feuer stehen allen voran spanische Großbanken, die besonders viel Geld in Portugal verliehen haben, und zu unrecht lange als Hort der Stabilität galten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,41 | −0,91% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2453 | −0,28% |
| Rohöl Brent Crude | 105,94 $ | −0,85% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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