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Notenpresse angeworfen Die geldpolitische Magie der japanischen Regierung

 ·  Aggressive Geldpolitik und Milliarden-Konjunkturprogramme: Mit harten Maßnahmen will Japans Ministerpräsident die Wirtschaftskrise seines Landes überwinden. Millionen junge Japaner müssen später die Rechnung bezahlen. Ihnen dürfte das Lachen vergehen.

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Peter Giessinger

Mir ist das Lachen schon lange vergangen.

Spätestens mit dem Beginn der Finanzkrise in Europa. Damals habe ich mich ernsthaft gefragt, wie es wohl Hierzulande weitergehen wird. Wie in Japan? Oder vielleicht doch die gefürchtete Hyperinflation? Was soll ich sagen? Nach wochenlanger Recherche in der Internetpresse, nach lesen von diversen Büchern und nach ausgiebiger Sichtung aller zu bekommenden Materialien ist mir klar geworden, dass uns das japanische Modell bevor steht. Japan hat KEIN Wettbewerbsproblem, auch KEIN Problem mit zu wenigen Arbeitskräften. Das sind Ammenmärchen, die erzählt werden, um vom Kern des Problems ab zu lenken: Es ist schlicht überschuldet und betreibt staatliche Insolvenzverschleppung. Genau das blüht auch uns. Wie konnte es dazu kommen? Eine solide Währung! Deckelung der Massenkaufkraft bei gleichzeitig exponentiell wachsender Kreditmenge. Irgendwann bleibt nur noch der Staat als omnisolventer Schuldner übrig. Genau das macht Japan und genau das machen auch wir!

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Gerhard Rohlfs

In Japan gibt es im Gegensatz zu Deutschland noch einen Primat der Politik

Ich weiss nicht wie oft es schon gesagt wurde, aber Japan ist bei sich selber verschuldet, die Schuldenquote also eine buchhalterische oder Binnenverteilungsangelegenheit, kann zur Not über Steuern und Inflation entschärft werden.
Mangel an Bildung oder Wettbewerbsfähigkeit? Gegenteil ist richtig.
Und wenn die Lohnhöhe der Jungen zu niedrig sein sollte, dann ist eine Öffnung des Arbeitsmarktes, womöglich nach aussen, sicherlich das letzte, was sie brauchen.
Und wieso sollte es für die jungen Japaner ein schlechtes Geschäft sein, wenn sie später einen Teil der Rechnung der Konjunkturprogramme bezahlen sollten?
@Herr K. Hammer, Sie haben ganz recht: "Da wird einem erstmal klar, was wir mit der Bundesbank aufgegeben haben."
Das Geld bleibt schliesslich im Land in Japan, und wird nicht wie bei der gekaperten EZB für die Rettung fremder Banken verwendet.
In Japan gibt es noch einen Primat der Politik, wohingegen diese in D und EU längst zu einer Marionette der Finanzinstitute geworden ist.

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Karl Hammer

Da wird einem erstmal klar, was wir mit der Bundesbank aufgegeben haben.

Wird jemals wieder eine deutsche Bank eine solche Stärke und Reputation erwerben können?
Ich fürchte nein. Mit dem demographischen Niedergang wird Deutschland auch seine Dynamik verlieren.

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Horst Schmidt

Man ersetze "Japan" durch "Europa",

... denn auch unsere Politiker drucken sich so gerne die Realität mit der Notenpresse schön. Nicht nur Krugman, auch Hollande und Konsorten werden vom japanischen Modell begeistert sein. Wobei die deutschen Freunde dann natürlich mithaften sollen. Dazu fällt mir spontan Heinrich Heines Bonmot: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, ..." ein.

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gisbert heimes

Es ist ziemlich einfach

Systemisch haben wir es weltweit aufgrund der Niedrigzinspolitik mit einer gigantischen zurückgestauten Inflation zu tun, egal ob die von der Geldschöpfung des Finanzsektors, den Notenbanken oder durch weitere Staatsverschuldung gespeist wurde/wird. Man kann gespannt sein, wie diese historische Situation mal endet.

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 19.01.2013 15:17 Uhr

Herr Germis, ich verstehe nicht, wieso Sie schreiben

Japan müsste in Bildung investieren. Ein Land, in dem 95% eines Jahrgangs 12 Schuljahre durchläuft, in dem über 40% eines Jahrgangs ein Uni-Abschluß machen und weitere 20% ein College besuchen, in dem es keine 20% Schulabbrecher gibt, ein Land das seinen gut Ausgebildeten nicht die entsprechenden Arbeitsplätze anbieten kann. Da liegt nicht die Bildung im Argen, sondern die innere Wirtschaftsstruktur. Sie schreiben selbst, die Arbeitsmärkte müßten geöffnet werden, das ginge aber nur, wenn man die Macht der regionalen Monopole aufbricht, so z.B. des Großhandels und der Bauwirtschaft. Aber auch im Kleingewerbe wie z.B. Taxibetriebe wäre einiges zu ändern. Japan ist DAS Land der Monopole, es wird Wettbewerb verhindert. Die Wurzel dieser festen Strukturen ist die japanische Konsenskultur. Solange die existiert, wird sich nichts ändern, wird die aber überwunden, geht viel verloren. Ob man das wünschen sollte?

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Jahrgang 1959, Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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