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Notenbank Fed Leitzins in Amerika bis 2014 nahe null Prozent

25.01.2012 ·  Die amerikanische Notenbank Fed gibt sich erstmals in ihrer fast hundertjährigen Geschichte ein Inflationsziel. Sie peile langfristig eine Teuerungsrate von zwei Prozent an, teilte die Notenbank mit. Den Leitzins will sie bis mindestens Jahresende 2014 nahe null Prozent zu halten.

Von Patrick Welter, Washington
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© AFP Die Fed bleibt bei ihrer Nullzinspolitik

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein klares langfristiges Inflationsziel von 2 Prozent gesetzt. Der Offenmarktausschuss gab am Dienstag zugleich seine Erwartung bekannt, den Leitzins bis mindestens Jahresende 2014 nahe null Prozent zu halten. Die Fed hat damit das bedingte Versprechen der Nullzinspolitik ausgeweitet. Seit August hatte sie zugesichert, den Leitzins bis mindestens Jahresmitte 2013 nahe null Prozent zu belassen. Die Federal Fund Rate liegt seit Dezember 2008 zwischen 0 und 0,25 Prozent. Am Dienstag stimmte allein der Fed-Präsident von Richmond, Jeffrey Lackner, gegen die Zeitvorgabe.

In einer Erklärung des Ausschusses über die langfristigen Ziele und die geldpolitische Strategie heißt es, eine Inflationsrate von 2 Prozent sei am ehesten vereinbar mit dem Mandat der Federal Reserve. Der Ausschuss strebe an, mit der Geldpolitik Abweichungen von dem langfristigen Inflationsziel gering zu halten. Damit hat die Fed sich nicht festgelegt, in welchem Zeitraum sie die Zielvorgabe erreichen will. Als Maß gilt der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben, der von der Fed präferiert wird.

Gesetzlich ist die Fed zu einem zweifachen Mandat der Preisniveaustabilität und der „maximalen Beschäftigung“ verpflichtet. Im Gegensatz zur Preisseite gab die Fed sich auf der Beschäftigungsseite keine klare Zielvorgabe. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses gingen mehrheitlich davon aus, heißt es, dass die Arbeitslosenquote langfristig zwischen 5,2 und 6 Prozent liege. Das ist deutlich höher als frühere Schätzungen und deutet darauf hin, dass mit der Wirtschaftskrise die strukturelle Arbeitslosigkeit gestiegen ist. Im Dezember lag die Arbeitslosenquote bei 8,5 Prozent. Die Notenbank betonte, dass die Inflationsentwicklung langfristig vorrangig durch die Geldpolitik bestimmt sei. Dagegen sei das Beschäftigungsniveau weitgehend durch nicht-monetäre Faktoren wie die Struktur des Arbeitsmarktes bestimmt.

Skepsis über Konjunktur

Die Erklärung des Offenmarktausschusses zeigt eine größere Besorgnis der Fed über die konjunkturelle Entwicklung. Die Konsumausgaben privater Haushalte seien war gestiegen, das Wachstum der Investitionen aber habe sich verlangsamt. Die Fed erwartet, dass die Arbeitslosenquote nur schrittweise sinken werde. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses erwarten mehrheitlich, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 2,5 Prozent und im kommenden Jahr um 3 Prozent wachsen wird. Die Arbeitslosenquote soll bis 2013 nur auf knapp unter 8 Prozent fallen. Die Inflationsrate, gemessen am PCE-Index, sehen die FOMC-Mitglieder bis 2013 bei rund 1,7 Prozent.

Die Fed veröffentlichte erstmals Zinsprognosen der 17 Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) in anonymisierter Form. Fünf Mitglieder erwarten, dass die erste Zinserhöhung 2014 ansteht. Das Spektrum ist aber breit gestreut. Drei Mitglieder halten eine Zinserhöhung schon 2012 für nötig, zwei Mitglieder erst 2016. Der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke erklärte vor Journalisten, dass es sich bei den Prognosen um eine bedingte Zinsprognose handelt, die sich je nach Entwicklung der Wirtschaft ändern könne. Gemäß der Terminzinssätze an den Finanzmärkten hatten Anleger schon seit längerem damit gerechnet, dass eine erste Zinserhöhung frühestens 2014 komme.

Mit der Offenlegung ihrer eigenen Zinsprognosen folgte die Fed dem Beispiel von Notenbanken unter anderem in Neuseeland oder Schweden. Sie will damit den Händlern und Anlegern an den Finanzmärkten mehr Führung geben, um Unruhe und Spekulationen zu verringern. Mit der Vorgabe eines langfristigen Inflationsvorgabe folgt sie verspätet einem breiten Trend unter Notenbanken.

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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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