08.04.2008 · Nokia zahlt insgesamt 200 Millionen Euro, um das Werk in Bochum zu schließen. Das sind umgerechnet etwa 86.000 Euro für jeden der 2300 Beschäftigten. Damit geht der Konzern über die Grenzen des Üblichen weit hinaus. Das Unternehmen zahlt, um aus den Schlagzeilen herauszukommen.
Von Johannes WinkelhageNokia zahlt 200 Millionen Euro, um das Werk in Bochum zu schließen. Das sind umgerechnet etwa 86.000 Euro für jeden der 2300 Beschäftigten. Das Geld fließt in direkte Gehaltsfortzahlungen und in die künftige Transfergesellschaft. Damit geht der Konzern über die Grenzen des Üblichen weit hinaus.
Nokia kauft sich frei und zahlt einen Aufschlag, um aus den Schlagzeilen herauszukommen. So gesehen hat sich das lautstarke und oft auch populistische Engagement mancher Politiker sogar gelohnt. Für den Konzern ist das Kapitel Bochum damit abgehandelt. Doch heimische Wirtschaftspolitiker sollten den Fall nicht nicht einfach zu den Akten legen. Die Finnen und ihre Zulieferer klagen nicht nur über die hohen direkten Arbeitskosten, sondern auch über die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens in Deutschland.
Es stellt sich die Frage, was verbessert werden sollte, um weitere Abwanderungen zu verhindern. Da denkt man zuerst an das komplitzierte Steuersystem und sofort danach an die ungezählten bürokratischen Detailvorschriften. Nokia nimmt nun 200 Millionen Euro in die Hand, um diesem Umfeld zu entfliehen. Das gibt zu denken.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.381,41 | −0,91% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2453 | −0,28% |
| Rohöl Brent Crude | 105,94 $ | −0,85% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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