Home
http://www.faz.net/-gqe-7b08b
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Noch vor Deutschland-Start Schlecker-Nachfolger Dayli ist pleite

Noch vor dem geplanten Deutschland-Start ist der österreichische Schlecker-Nachfolger Dayli insolvent: Laut Dayli sind fast 3500 Arbeitnehmer betroffen. Der hinter Dayli stehende Investor hatte sich vor einem Jahr als großer Sanierer präsentiert.

© dapd Ein Plakat der Drogeriemarktkette „Daily“ hängt in Wien in einer ehemaligen Filiale der Drogeriemaerkte Schlecker.

Die ehemalige Österreich-Tochter der Drogeriekette Schlecker steht wieder vor dem Aus. Die seit der Übernahme vor knapp einem Jahr unter dem Namen "Dayli" aktive Ladenkette hat am Landesgericht Linz einen Insolvenzantrag gestellt, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens am Donnerstag. Die Überschuldung wurde mit 49 Millionen Euro beziffert. Das Unternehmen soll nun unter dem neuen Eigentümer fortgeführt werden. Den Gläubigern werde eine Insolvenzquote von 25 Prozent angeboten.

Laut Dayli sind 3468 Arbeitnehmer betroffen. Wie viele Angestellte nun ihre Arbeitsplätze verlieren, ist noch unklar. Die Fortführung der Firma sei geplant.

Auch was die Pleite für die ehemaligen Schlecker-Filialen in Deutschland bedeutet, die Dayli wiederbeleben wollte, ist ungewiss. Die Firma zögerte die Eröffnung der ersten Shops in Deutschland immer wieder hinaus. Ursprünglich war die erste Testphase für Mai geplant.

Mehr zum Thema

Vor rund einem Jahr hatte der in Wien ansässige Fonds TAP 09 des Investors Rudolf Haberleitner vom Insolvenzverwalter der Drogeriekette Schlecker die Filialen in Österreich, Italien, Polen, Luxemburg und Belgien mit 4600 Mitarbeitern übernommen.

Die Drogeriekette hat 883 Standorte in Österreich und 480 Filialen in den anderen Ländern. Haberleitner präsentierte sich als großer Sanierer und wollte aus der Kette einen Nahversorger  aufbauen. Dieses Konzept - das unter anderem die Sonntagsöffnung vorsah - konnte nicht wie geplant umgesetzt werden, gestand die Firma ein. Eine öffentlich geführte Diskussion darüber habe Banken und mögliche Investoren verunsichert. 

Schlecker-Insolvenzverwalter wartet auf Geld von Dayli

Auch Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz wartet nach der Pleite von Dayli noch auf sein Geld. Branchenkreisen zufolge hat er noch Forderungen von 4,6 Millionen Euro an den österreichischen Investor Rudolf Haberleitner, der bislang hinter Dayli stand. Haberleitner soll Schlecker-Österreich 2012 für 7 Millionen Euro gekauft haben. Ein Geiwitz-Sprecher äußerte sich zur Höhe des Kaufpreises nicht, bestätigte aber, dass bereits erste Raten gezahlt worden seien. Eine Ratenzahlung, die Ende Juni fällig gewesen wäre, habe der Insolvenzverwalter allerdings bisher nicht bekommen. Sorgen um sein Geld muss sich Geiwitz aber nicht machen: "Unsere Forderungen sind gesichert", sagte sein Sprecher.

Quelle: DPA-AFX

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Windparkbetreiber Prokon wird in Genossenschaft umgewandelt

Die Pleite des Windparkbetreibers Prokon hat Kleinanleger viel Geld gekostet. Auf der Gläubigerversammlung haben sich die Anleger nun entschieden, das Unternehmen als Genossenschaft weiterzuführen. ENBW kommt mit seiner geplanten Übernahme nicht zum Zug. Mehr Von Carsten Germis und Christian Müßgens

02.07.2015, 17:21 Uhr | Finanzen
Wien Datenschützer wollen gegen Facebook klagen

Facebook will die österreichische Sammelklage von 25.000 Nutzern wegen mangelnden Datenschutzes seinerseits verhindern. Das Online-Netzwerk argumentierte am Donnerstag, das Landesgericht Wien sei gar nicht für das von einem Studenten angestrengte Verfahren zuständig. So will Facebook einen möglicherweise langen Prozess mit offenem Ausgang abwenden. Mehr

01.07.2015, 11:22 Uhr | Wirtschaft
Griechenland-Krise Kein Geld für Griechenland – der Euro soll bleiben

Mit der Idee einer Volksabstimmung hat die griechische Regierung in den Verhandlungen überreizt. Die Euro-Finanzminister beenden ihr Hilfsprogramm am Dienstag. Aus dem Euro wollen sie das Land aber noch nicht entlassen. Mehr Von Patrick Bernau

27.06.2015, 22:16 Uhr | Wirtschaft
Finanzkrise Ausnahmezustand wegen griechischer Schuldenkrise

Nach der Zuspitzung der griechischen Schuldenkrise ist der Finanzsektor des Landes im Ausnahmezustand. Die Banken sollen bis mindestens 6. Juli geschlossen bleiben, einen Tag nach dem geplanten Referendum über die Forderungen von Griechenlands internationalen Gläubigern. Die Börse soll sogar frühestens am 8. Juli wieder öffnen. Ohne frisches Geld droht Griechenland binnen weniger Tage die Pleite. Mehr

29.06.2015, 12:24 Uhr | Politik
Schmuckhändler glänzt nicht Elumeo mit schwachen Börsendebüt

Elumeo hat bei seinem Börsendebut nicht glänzen können. Der Schmuckhändler ist der einzige von vier in dieser Woche geplanten Börsengängen in Deutschland, der tatsächlich stattfindet. Die anderen Kandidaten hatten wegen der aktuellen Kursschwankungen abgesagt. Mehr

03.07.2015, 10:40 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.07.2013, 12:02 Uhr

Unnötige Muskelspiele

Von Helmut Bünder, Bonn

Das Ergebnis des Post-Tarifstreits ist umso verheerender, als es in Deutschland wenige Konzerne gibt, die gewerkschaftlich so gut organisiert. Ein Beispiel für andere? Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden