Home
http://www.faz.net/-gqe-2epq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nobelpreis Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

10.10.2001 ·  In der Familie der Nobelpreise können die Wirtschaftswissenschaften als Adoptivkind gelten. Alfred Nobel hatte jedenfalls nichts mit ihnen im Sinn.

Artikel Lesermeinungen (0)

Ursprünglich waren es einmal fünf Nobelpreise: Physik, Chemie, Medizin, Frieden und Literatur. Erst 1969 wurde der Preis für Wirtschaftswissenschaften in den Reigen der Edelauszeichungen aufgenommen.

Alfred Nobel hatte in seinem Testament von 1895 verfügt, aus seinem Vermögen einen Fonds zu bilden. Die jährlichen Zinsen sollten dazu verwandt werden, als Preise jenen zuzukommen, die der "Menschheit größten Nutzen" gebracht hätten. Dass unter diesen auch Ökonomen sein könnten, kam dem alten Schweden nicht in den Sinn.

Es war die Schwedische Reichsbank, die ihr 300-jähriges Bestehen zum Anlaß nahm, die ursprüngliche Stiftung zu ergänzen. Etabliert im Jahre 1968 wurde der Preis erstmals 1969 an den Niederländer Jan Tinbergen verliehen. Tinbergen hatte dynamische Modelle entwickelt, mit deren Hilfe ökonomische Prozesse analysiert werden konnten. In diesem Jahr ist der Preis mit etwa einer Million Euro dotiert.

Keine Frauen unter den Geehrten

Seit seiner ersten Vergabe dominieren die US-Amerikaner das Gebiet der Ökonomie. Von den bislang 50 Preisträgern stammen 25 aus den Vereinigten Staaten. Dazu kommen all die, die in den USA forschen und sich dort den Preis erarbeitet haben. Weiteres Kuriosum: Bislang zählt keine Frau zu den geehrten Wirtschaftswissenschaftlern - auch das macht den Preis einzigartig. Denn in allen anderen Kategorien waren Frauen schon sehr früh unter den Preisträgern. So erhielt Marie Curie 1903, zwei Jahre nach der ersten Verleihung, die Auszeichnung für ihre Forschungen auf dem Gebiet der Physik.

Deutscher Preis an Selten vergeben

Die Deutsche Wirtschaftsforschung wurde erst einmal bedacht. 1994 wurde der Bonner Professor Reinhard Selten geehrt. Seltens Hauptarbeitsgebiete sind die Spieltheorie mit ihren Anwendungen, die experimentelle Wirtschaftsforschung sowie die Theorie eingeschränkter Rationalität.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 13

30.05.2012 10:01 Uhr
  Vortag
Dax 6.340,20 −0,89%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.381,41 −0,91%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2453 −0,28%
Rohöl Brent Crude 105,94 $ −0,85%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.