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Nike Die griechische Siegesgöttin

04.08.2005 ·  Ein exzentrischer Vorstandschef, ein Kofferraumverkauf und die segensreiche Jogging-Welle: Wie die Sportschuhmarke Blue Ribbon Sports zu Nike und später zum Weltmarktführer wurde.

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Carolyn Davidson ist eine der tragischen Gestalten in der amerikanischen Werbebranche. Als sie in den siebziger Jahren Grafik-Design studierte, entwarf sie für Phil Knight ein Logo für dessen auf den Namen der griechischen Siegesgöttin Nike getauftes Sportschuhunternehmen. Der Lohn für diesen Auftrag: 35 Dollar. Mittlerweile ist das simple Logo eine der bekanntesten Marken der Welt und Nike der Weltmarktführer für Sportschuhe, den Adidas und Reebok jetzt gemeinsam angreifen wollen.

Der als exzentrisch geltende Phil Knight, der nur wenige Mitarbeiter in sein Büro ließ und dort nie Schuhe trug, hat den Vorstandsvorsitz Ende des vergangenen Jahres aufgegeben - bereits zum dritten Mal. Knight, ein früherer Mittelstreckenläufer in der Universitätsmannschaft von Oregon, hat den Vorgänger von Nike, Blue Ribbon Sports, zusammen mit seinem ehemaligen Leichtathletiktrainer Bill Bowerman 1962 gegründet.

Mit Kofferraumverkauf begonnen

Bowerman interessierte sich für Schuhdesign, und die beiden wollten vor allem qualitativ hochwertige Laufschuhe entwickeln. Zunächst hergestellt von einem japanischen Produzenten, verkauften Knight und Bowerman ihre Laufschuhe bei Leichtathletikwettkämpfen aus dem Kofferraum ihres Autos. 1972 änderten sie den Namen in Nike und überredeten einige Marathonläufer dazu, bei den Vorausscheidungen zur Olympiade Nike-Schuhe zu tragen. Einige der Läufer qualifizierten sich, und Nike benutzte das umgehend zur Werbung.

Das Unternehmen wuchs mit der Popularität der Jogging-Welle in den siebziger Jahren. Am Ende dieses Jahrzehnts beherrschte Nike schon 50 Prozent des amerikanischen Laufschuhmarktes. Danach expandierte Nike in andere Sportarten und wurde mit dem nach dem Basketballstar Michael Jordan benannten „Air Jordan“-Basketballschuh berühmt. Nike wurde auch durch seine „Just do it“-Werbekampagnen bekannt, obwohl Vorstandschef Knight eigentlich nichts von Werbung halten soll. Es war aber Knight, der Sportausrüstung zu einem unverzichtbaren Modeartikel machte.

Am Scheideweg

In den späten neunziger Jahren litt Nike wie Konkurrent Reebok ebenfalls unter der schwindenden Popularität des Sportschuhmarktes, hat sich danach aber ebenfalls wieder erholt. Jetzt steht Nike unter dem neuen Vorstandschef William Perez, der früher den Konsumgüterhersteller S.C. Johnson geführt hatte, an einem Scheideweg. Der Markt für hochpreisige Sportschuhe in Amerika ist gesättigt und Perez muß neue Märkte erschließen. Nike will sich jetzt noch stärker als in der Vergangenheit auf den Markt für Frauen konzentrieren. Nike, die zuvor als Männermarke galten, begann vor fünf Jahren erst mal damit, den Abdruck eines Frauenfußes zur Herstellung spezifischer Schuhe zu benutzen. Zudem brachte der Sportartikelhersteller modische Fitnesskleidung für Frauen auf den Markt.

Quelle: nks., F.A.Z., 04.08.2005, Nr. 179 / Seite 15
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